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„Geocacher aller Länder, vereinigt euch“ – Mein Fazit der Messe „Jagd & Hund 2013”

Marx und Engels müssen entschuldigen, aber ihr Abschluss-Aufruf „Proletarier aller Länder vereinigt euch“ aus dem kommunistischen Manifest passte (zumindest der Formulierung nach) irgendwie zu gut, um ihn nicht für den Titel dieses Beitrags zu entlehnen. Denn dies ist letztlich mein persönliches, kurz zusammengefasstes Fazit, welches ich aus meinem Aufenthalt und den Gesprächen auf der Messe „Jagd & Hund“ in Dortmund ziehen konnte. Wir Geocacher sollten uns über kurz oder lang lokal und/oder regional organisieren!

Geocaching-Stand auf der Messe „Jagd & Hund“ in Dortmund

Zum wiederholten Male ist Groundspeak mit einem Geocaching-Stand auf der internationalen Messe für Jagd & Angelfischerei „Jagd & Hund“ in den Dortmunder Westfalenhallen vertreten. Die Messe begann am vergangenen Dienstag (29. Januar 2013) und endet am kommenden Sonntag (3. Februar).

Auf Einladung des Landesjagdverbandes NRW gab es bereits zur „Jagd & Hund“ vor einem Jahr einen viel beachteten Messeauftritt Groundspeaks, welcher sogar durch MissJenn (Groundspeak-Lackey) aus Seattle unterstützt wurde. Weitere Messeauftritte zur Dialogsuche zwischen Geocachern und Jägern, Förstern und Waldbesitzern folgten über das gesamte Jahr 2012.

Zur „Jagd & Hund“ Anfang Februar 2012 vertraten neben MissJenn aus Seattle einige Reviewer das Thema Geocaching auf der Messe. In diesem Jahr wird der Messestand auf der „Jagd & Hund“ zu einem großen Teil von „normalen“ Geocachern und ein paar Reviewern betreut.
Der NRW-Reviewer Obelodalix hatte im Vorfeld der Messe über verschiedene Kanäle (zum Beispiel über die Reviewersprechstunde im Podcast von d-buddi) dazu aufgerufen, dass sich interessierte Geocacher melden können, wenn sie bei der Messestand-Betreuung helfen wollten. So kamen letztlich einige Geocacher für die sechs Messetage zusammen: Andyhandicap, Czerkus, dasido, DieBaumanns, Kuhwaidi, neirolf, schlumbum, Schwarztaucher und meine Wenigkeit (der ein oder andere könnte hier eventuell noch fehlen).

Ich kam ursprünglich über einen anderen Weg zu dieser Aufgabe. Eigentlich wollte ich nur den Messestand für ein paar Stunden besuchen, um somit über den Dialog mit Jagd und Forst in einem Blogbeitrag berichten zu können. Ich besorgte mir eine Presse-Akkreditierung und fragte bei eigengott vorab an, ob und wann ich den Stand für ein paar O-Töne und Fotos besuchen könnte. Er schrieb dann allerdings zurück, ob ich nicht vielleicht direkt bei der Standbetreuung helfen will und so alle Informationen aus erster Hand bekommen könnte. Ich sagte zu und kann nun im Nachhinein behaupten, dass sich der Aufwand für mich definitiv gelohnt hat. Die vielen Eindrücke und Gespräche waren sehr interessant und aufschlussreich.

Wer besuchte den Geocaching-Stand und warum?

In den zwei ersten Tagen, an denen ich bei der Standbetreuung half, kamen gefühlt etwa 30-40 Personen mit den verschiedensten Anliegen vorbei. Nachfolgend eine kleine Auflistung der Besuchertypen, sortiert nach Häufigkeit der Besuche:

  • Der aufgeschlossene Jäger oder Waldbesitzer, der einigermaßen gut vorbereitet direkt zum Geocaching-Stand kommt, um einen Cache in seinem Revier zu melden, der ungünstig liegt. Er fragt nach direkten Ansprechpartnern und ob man den Cache verlegen oder ganz zur Not entfernen lassen könnte. Er zeigt sich absolut dialogbereit und freut sich über den Messeauftritt und die Möglichkeit etwaige Probleme in Zukunft schnell und einfach zu regeln.
  • Der zunächst skeptische, zum Teil verärgerte Jäger oder Waldbesitzer, der entweder absichtlich zum Stand kommt oder im Vorbeigehen erst aufmerksam wird. Im Gespräch lässt er sich überzeugen, dass wir Geocacher ein eigenes enges Regelwerk haben und dass er über entsprechende Kontakte ziemlich fix für eine Verlegung oder Archivierung des Caches sorgen kann.
  • Der interessierte Laie, der schon mal von Geocaching gehört hat, sich aber genauer informieren will, um selbst loszuziehen.
  • Der (geocachende) Jäger oder Waldbesitzer, der es einfach nur klasse findet, dass sich die Geocacher in die „Höhle des Löwen“ wagen und den Dialog suchen.
  • Der aufgebrachte Jäger oder Waldbesitzer, der nur anhält, um seinem Ärger Luft zu machen, aber für ein vernünftiges Gespräch nicht zur Verfügung steht.

Letzterer Typ in dieser Auflistung kam zum Glück während meines Aufenthalts nur ein einziges Mal vor.

Wo es im Wald zu Problemen kommt

Der größte Teil der Standbesucher kam natürlich vorbei, um von größeren und kleineren Problemen mit Geocaches bzw. Geocachern im Wald oder Revier zu berichten und nach Lösungen zu suchen. Dabei kristallisierten sich im Laufe der zwei Tage folgende Fälle heraus, die immer wieder als die größten Probleme benannt wurden:

  • Die Suche im Wald bei Nacht abseits der Wege, im schlimmsten Fall in der Schussreichweite von besetzten Hochsitzen.
  • Geocaches in unmittelbarer Nähe zu jagdlichen Einrichtungen, in Dickungen, Wildruhezonen oder anderen Bereichen, in denen das Wild leicht gestört wird.

Ansprechpartner gesucht! 

Nahezu allen Besuchern gleich war aber der Wunsch nach kompetenten lokalen oder regionalen Ansprechpartnern. Viele der Jäger und Waldbesitzer würden sich über einfache Kontakte zu Geocachern freuen und zeigten in der Regel viel Verständnis für unser Anliegen, den Wald und die Landschaft für unser Hobby zu nutzen … sofern es denn den allgemeinen Regeln entspricht.

Auf der Messe haben wir nahezu allen Standbesuchern, die mit „Geocache-Problemen“ zu uns kamen, auch einen Info-Flyer mit den Kontaktdaten des NRW-Reviewers Obelodalix in die Hand gedrückt. Seine Kontaktdaten wanderten bereits im letzten Jahr durch zahlreiche Publikationen von Jagd, Forst, Landwirtschaft und Co. Er hilft bei Anfragen dann weiter, indem er entweder Kontakt zu Cache-Ownern herstellt oder im Ernstfall Geocaches deaktiviert bzw. archiviert.

Sinnvoller wäre auf Dauer allerdings eine andere Lösung, als der Weg über Obelodalix: Geocacher-Vereinigungen oder -Gruppierungen, die unser Hobby auf lokaler oder regionaler Ebene gegenüber Jagd, Forst, Waldbesitzern, Naturschützern und Behörden vertreten können.
Einerseits könnten so auf den „kleinen Dienstweg“ etwaige Probleme sehr schnell beseitigt werden, da Jagd und Forst auf bekannte, lokale Ansprechpartner zurückgreifen können. Und andererseits wäre es für uns Geocacher deutlich einfacher Kontakte zur anderen Seite aufzubauen, um zum Beispiel die Genehmigung für einen neuen Nachtcache zu bekommen.
An solchen Kontakten von der einen zur anderen Seite dürfte es nahezu überall in Deutschland immer noch massiv mangeln. Und auf der „Jagd & Hund“ habe ich feststellen können, dass vieles in Absprache mit den Verantwortlichen durchaus möglich zu sein scheint.

Thüringer Geocacher machen es uns ja quasi schon vor. Dort wurde am 1. April 2012 der Thüringer Geocaching Verein e.V. gegründet, welcher zuletzt mit einem offensichtlich sehr konstruktiven Treffen zwischen Geocachern, Waldbesitzern, Forst, Landesjagdverband und Behörden positiv von sich Reden machte.
Wagt man den Blick über den großen Teich in die USA existieren dort zum Teil seit etlichen Jahren zahlreiche „Geocaching Associations“, welche die Interessen von Geocachern auf lokaler oder regionaler Ebene vertreten und als mitgliedsstarke Gruppen Projekte und Events sehr gut gemeinsam stemmen können.
Nach außen hin wird man als solch eine Gruppierung deutlich besser als Ansprechpartner und Kontakt bei etwaigen Problemen wahrgenommen, als unser bislang sehr loses Geflecht einzelner Geocacher. Da weiß kaum ein Jäger, Förster oder Behördenmensch an wen er sich wenden kann.

Kommt man von Begriffen, wie Vereinsmeierei und Vorurteilen gegenüber der angeblich so deutschen Vereinsmentalität los, dann bemerkt man, dass solche und ähnliche Organisationsformen für uns Geocacher über kurz oder lang wohl die beste Möglichkeit einer Vertretung unserer Interessen und Anliegen nach außen hin bieten. Und das ist in meinen Augen für die zukünftige Entwicklung des Geocachings in Deutschland der einzige Weg … gerade in Zeiten, in denen Geocaching nicht mehr das geheime Spiel einiger weniger ist.

Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir lieber den Weg zurück ins angeblich Geheime und Besondere gehen wollen, mit all seinen wahrscheinlich negativen Konsequenzen, oder ob wir aus der aktuellen Situation das Beste herausholen wollen, um weitere Gesetzgebung bezüglich des Geocachings durch gute Öffentlichkeitsarbeit und Organisation aus dem Weg zu gehen.
Ich bevorzuge für den letzteren Weg und stehe damit auch voll und ganz bei den anderen „Messestand-Kollegen“, mit denen ich über dieses Thema diskutieren durfte.
Mal abwarten, was die Zukunft bringt … vielleicht einen „Geocaching Münsterland e.V.“? 😉

Das Logo des Thüringer Geocache Vereins wurde mit hier mit Genehmigung veröffentlicht und steht nicht unter CC BY-SA 3.0.

 

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Autor: ehnatnor | Jens

Hier schreibt "ehnatnor", im normalen Leben hin und wieder auch mit "Jens" ansprechbar, rund ums Geocaching in Münster. Das Ganze kann aber auch weitere Kreise ziehen ... Du findest mich auch bei Facebook, Twitter und Google+.

17 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Mal unabhängig von dem eigentlichen Dialog-Thema: Beim Anblick der Bilder von dem „Stand“ von Groundspeak bzw. Geocaching.com fällt mir nur eins ein: Geht es auch noch billiger?

    • Hallo Chris,

      du willst nicht wissen wer den Stand bezahlt hat und wieviel der Spaß kostet. Da fällt einem nämlich echt die Kinnlade runter. 😉

      Viele Grüße,
      Jens

  2. Im Gegenteil, ich will es wissen 😉 !

    Aber ich sage gleich: War es *nicht* Groundspeak, dann hat derjenige, der es bezahlt hat, es eben nicht besser verdient! Wobei die Kosten für einen Stand ja eher nach m² veranschlagt werden und nicht nach der letztendlichen Ausgestaltung fürs Auge. 3 weiße Wände, 4 Hocker, 1 Tisch und ein Groundspeak-Banner wären selbst für die örtliche Dorf-Gewerbeschau zu wenig!

    Wobei es andererseits vielleicht doch angemessen war: Schließlich hat Groundspeak nix außer einer Website und den von seinen Usern bezahlten und gepflegten Inhalt. Insofern hat es möglicherweise doch seine Richtigkeit …

  3. Moin Moin.

    Interessanter Bericht: Wir, bzw einer vom GiE.de Team, wird auch am Sonntag auf der Messe sein.
    Wir haben leider vorher keine Möglichkeit gehabt. Das von dir angesprochene Thema nehmen wir sehr ernst und haben daher auch unsere Seite in Leben gerufen. http://www.geocaching-im-emsland.de
    Wir denken auch über die Gründung eines Vereins nach, da wir der Meinung sind, dass wir so einfach besser wahr genommen werden und offizieller auftreten können.
    Ansprechpartner werden wichtiger. Gerade im hinblick auf die neuen Regelungen beim Waldbetretungsrecht in Niedersachsen. Förster, Jäger, Waldbesitzer… Redet mit uns. !

    • Hallo Stephan,

      danke für dein Feedback!
      Vielleicht trifft man sich ja am Sonntag auf der Messe, denn höchstwahrscheinlich schaue ich dort nochmal vorbei, um mir alles einmal in Ruhe anzuschauen und vielleicht das ein oder andere Utensil zu kaufen.

      Viele Grüße aus Münster,
      Jens

      • Hallo Jens,

        ich werde am Sonntag für Geocaching-im-Emsland.de vor Ort sein.

        Ich wollte euch ohnehin schon seit Längerem mal für einen Erfahrungsaustausch kontaktieren.

        Grüße aus dem Emsland

        Kalleson (Martin)

  4. Vielen dank für die Idee und den guten Bericht. Ich bin gegenüber einem Verein nicht abgeneigt.
    Ich habe nur folgende Frage: Wer tritt ein? Was passiert mit den Mitgliedsbeiträgen und was pssiert mit denen (die Mehrzahl!), die nicht eintreten?

    Ciao DieRenners

  5. Vereine?

    NEIN DANKE!

    Ein Verein ist – als juristische Person – direkt angreifbar.
    Ein Verein ist immer mit Vereinsmeierei verbunden.
    Ein Verein kostet Geld.
    Ein Verein entwickelt *immer* eine Eigendynamik.
    Ein Verein ist immer mit (für das eigentliche Hobby) überflüssigen Verpflichtungen verbunden

    Der lockere, ungezwungene und doch recht feste Zusammenhalt der regionalen Cacher ist das, was uns neben der Sucherei an diesem Hobby so gut gefällt.
    Durch Vereine würde dies zu einem – wenn auch geringen – Zwang werden.

    Klar ist es nötig gewisse Anlaufstellen zu schaffen. Aber das ist auch problemlos ohne Verein zu bewerkstelligen. Und meiner Meinung nach sogar noch einfacher.

    Sorry, aber das musste mal raus.

    (massa-) Franz

    • Hallo Franz,

      natürlich ist ein Verein, als juristische Person, angreifbar. Aber wofür sollte ein Geocaching-Verein verantwortlich zu machen sein? Etwa für Geocaches, die vereinsfremde Einzelpersonen zum Beispiel ohne Genehmigung gesetzeswidrig versteckt haben?

      Zudem ist ja jedem freigestellt, einem Verein beizutreten oder eben auch nicht. Wenn ich nach Thüringen schaue, sind dort bislang auch nur verhältnismäßig wenige Personen dem Geocache-Verein beigetreten. Und es wird trotzdem gute Arbeit für alle Geocacher verrichtet. Aber um Mitgliederzahlen geht es ja auch nicht in erster Linie. Um als offizieller Ansprechpartner fungieren zu können oder für die Interessen aller Geocacher einzutreten, muss man ja nicht alle Geocacher zu seinen Mitgliedern zählen.
      Demnach gibt es auch nur Verpflichtungen oder Aufgaben für Leute, die sich in einem solchen Verein engagieren wollen.

      Und der bislang lockere und ungezwungene Charakter unseres Hobbies wird durch Geocaching-Vereine ja nicht verändert. Aber nach außen hin wären wir für alle Stellen deutlich leichter erreichbar. Denn nach außen ist gerade dieser bislang lose, relativ anonyme Zusammenschluss von uns Geocachern ein sehr großes Problem. Das zeigen mir und vielen anderen auch die Reaktionen jetzt auf der Messe und bei einigen Veranstaltungen mit Jagd, Forst und Behörden in den vergangenen Monaten. Auf deren Seite werden nämlich bessere Kontaktmöglichkeiten gewünscht.

      Demnach dürften solche Vereine für die zukünftige Entwicklung unseres gemeinsamen Hobbies entscheidend sein.

      Viele Grüße aus Münster,
      Jens

  6. Ein herzliches Hallo an Alle!

    Mein Name ist Nadine, ich bin aktuell die Vorsitzende des Thüringer Geocaching Vereins.
    Ich mische mich nur selten ein, aber an dieser Stelle möchte ich es machen.

    @ Stephan – Das mit dem seriösen Auftreten kann ich durchaus bestätigen. Welche Personen und Behörden auch immer wir bisher kontaktierten, bis hin zur Landesverwaltung, man ist ist uns respektvoll, interessiert und sachlich gegenüber getreten.
    Ohne Frage wäre es wünschenswert, wenn dies auch bei Privatpersonen so gehandhabt würde, leider ist dies eben nicht immer der Fall.
    Ich wünsche euch viel Erfolg für eure Gründung und stets einen guten Kontakt zu euren Ansprechpartnern!

    @ DieRenners – Eintreten wird Jeder der Interesse daran hat, eine andere Antwort gibt es hier wohl nicht. Wir erarbeiten zur Zeit eine Möglichkeit der Probemitgliedschaft, sodass jeder die Möglichkeit hat das Schaffen und Wirken des Vereins erst einmal, ohne jegliche Verpflichtung, für sich selbst zu bewerten.

    Die Höhe der Beiträge wird, in der sogenannten Beitragsordnung, von der Mitgliederversammlung festgelegt. Das Vermögen des Vereins sollte immer für die Vereinzwecke genutzt werden. Ist dies nicht der Fall, oder bestehen Zweifel, hat jedes einzelne Mitglied, immer und unbedingt, die Möglichkeit zur Beanstandung.
    Größere Ausgaben kann auch kein Vorstandsmitglied alleine tätigen…das geht jetzt aber tief in die Materie.
    Auch wird in einem Verein ein sogenannter Kassenprüfer eingesetzt, dieser wird von der Mitgliederversammlung gewählt, darf nicht Vorstandsmitglied sein und prüft mindestens einmal im Jahr alle Vorgänge im Auftrag der Mitgliederversammlung.

    Was mit denen passiert die nicht eintreten: Jeder Verein der sich in diesem Sinne bildet, sollte wohl in erster Instanz das Fortbestehen unseres tollen Hobbys im Sinne haben. Ein Verein der auf dieser Ebene Erfolge erzielen kann, wird diese Erfolge letzlich auch für das Geocaching an sich gewinnen und nicht nur für die Mitglieder.
    Des Weiteren kann der Verein ja Veranstaltungen und/oder Events veranstalten an denen auch Nichtmitglieder teilhaben können.
    Und wie wir in den letzten Monaten erleben durften, ist ein Verein auch durchaus ein Ansprechpartner, nicht nur für Behörden, sondern auch für die Geocacher (auch Nichtmitglieder). Wir waren selber erstaunt, dass uns sogar Hilferufe von der Ostseeküste ereichten.

    @massafranz – [Ein Verein ist – als juristische Person – direkt angreifbar.] Das ist so nicht ganz richtig. Jede private und juristische Person ist „angreifbar“ (haftbar). Ein Verein, also eine juristische Person haftet anders als eine natürliche (private) Person. Ist ein Verein gegründet, aber nicht eingetragen, haften alle Mitglieder mit ihrem Privatvermögen. Ist er eingetragen (e.V.), haften nicht die einzelnen Mitglieder sondern der Verein mit dem bestehenden Vermögen der Vereinskasse.
    Ein Sonderfall ist hier die Haftung des Geschäftsführers (in den meisten Vereinen sogleich der Vorstandsvorsitzende), sollte dieser sich grobe (insbesondere vorsetzliche) Verstöße zum Beispiel gegen das Vermögen des Vereins (z.B. Gelder abzwacken, beiseite schaffen) zukommen lassen, ist er auch als Privatperson (also mit eigenem Vermögen) haftbar…auch das geht jetzt sehr in die Materie.
    Das klingt jetzt alles erst einmal kompliziert, ist aber alles nicht gar nicht so schwer wenn man sich mal die Zeit nimmt das BGB zum Thema Vereine zu studieren, hier werden denn gar nicht so viele Vorgaben gemacht.
    Es ist wirklich alles halb so wild.

    [Ein Verein ist immer mit Vereinsmeierei verbunden.] Auch das ist so nicht unbedingt richtig. Der Begriff der Vereinsmeierei ist schon redlich alt. Man darf hier nicht der Vorstellung des Dackelclubs erliegen, an dem nur Renter oder verstaubte Bürokraten teilhaben. Das Recht zur Vereinsbildung ist in DE durchaus dem Wandel der Zeit / der Generationen angepasst.
    Leider muss man sich, gerade in der Gründungsphase einigen Paragraphen und sicherlich auch einiger Meierei stellen, ist dies überstanden kann der Verein aber seinem eigentlichen Wirken und der Wünsche der einzelnen Mitglieder nachkommen. Das Gesetz macht keinen Unterschied zwischen einem Dackelclub, einem Jugendverein oder eben einem Geocachingverein.
    Ob hier dauerhaft „Meierei“ enthalten ist, liegt maßgeblich an den Mitgliedern und dem Vorstand. Natürlich muss man gewisse rechtliche und bürokratische Dinge einhalten, kann diese aber auf ein Mindestmaß reduzieren.

    [Ein Verein kostet Geld.] Das stimmt erst einmal. Für die Eintragung in das Vereinregister werden, je nach Bundesland um die 50-70€ fällig, dazu noch Notarkosten um die 10-20€. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf etwa 90€.
    Eine Vorabprüfung der Satzung nehmen übrigens die meisten Amtsgerichte kostenlos vor.

    [Ein Verein ist immer mit (für das eigentliche Hobby) überflüssigen Verpflichtungen verbunden] In einem ordentlichen Verein hat ein Mitglied mehr Rechte als Pflichten. Die Hauptflicht ist hier die Zahlung des Mitgliedsbeitrages. Erwünscht wäre eine regelmäßige Teilnahme an Versammlungen, diese aber muss nicht (und sollte auch nicht unbedingt) gefordert werden. Gerade beim Geocaching läuft vieles über das Internet ab, warum das also auch nicht im Verein so handhaben, hier bietet sich die Bildung von Vereinsinteren Plattformen an.
    Wenn ein Verein von seinem Mitglied mehr Pflichten als Rechte fordert wird es freilich fraglich.

    [Klar ist es nötig gewisse Anlaufstellen zu schaffen. Aber das ist auch problemlos ohne Verein zu bewerkstelligen.] Da stimme ich dir absolut zu, und freue mich über jedes Beispiel bei dem dies so erfolgreich war / erfolgreich sein wird!

    @ehnator – Der nicht vorhandene Ansprechpartner ist auch in unseren Kontakten immer wieder ein Thema gewesen. Das betrifft auch nach unserer Erfahrung meistens beide Seiten, also sowohl die Geocacher, als auch die Behörden.

    Viele Grüße,
    Nadine

    • Hallo Nadine.

      Deinen Weg, hier so umfangreich zu antworten, finde ich genau richtig. Super!

      Die zum größten Teil inhaltlich völlig substanzlose Herumprügelei auf „Verein ist bäääääh!“fußt meist auf unvollständigen Informationen des Bashers.

      In Deutschland ist die Organisationsform „eingetragener Verein“ derzeit nun mal die sinnhafteste, wenn man nicht auch noch das (geringe) finanzielle Risiko als Mitwirkender eines nicht eingetragenen Vereins oder in einem losen Interessengruppen-Zusammenschluß tragen will.

      Insofern: Respekt für Euren eingeschlagenen Weg. Denn durch lamentieren in Forum bewegt man eben nix, nur durch Aufeinanderzugehen und Reden!

      Auch uns (und mir persönlich) stehen beim Thema Geocaching die Waldeigentümer, Jagdverbände, Forsten, Naturschutzverbänden (sind selber einer), Sicherheitsbehörden in Gesprächen im Großen und Ganzen sehr positiv gegenüber.

      Klar gibt es Skepis und ein paar Hardliner und Unkenrufer der o.g. Gruppen „schießen“ scharf und verwenden auch schon mal unlautere Tricks, um zu versuchen, ihre Positionen durchzusetzen. Aber wer sich nicht äußert, wird nicht gehört und berücksichtigt. So einfach ist das im Leben.

      Aber wie das eben in allen Themengebieten ist: Aufgeklärte Personen lassen sich nicht so leicht hinter die Fichte führen. Also betreibt weiterhin Aufklärung mit und bei der Basis der Waldeigentümer, Jagdverbände, Forsten, Naturschutzverbänden und Sicherheitsbehörden.
      Denn gut durchgeführtes Geocaching stört niemanden, ist was sinnvolles und macht auch noch Spaß!

      Anregung für Jederman/-frau: Nehmt einen Gemeindevertreter, Jäger, Förster mit zum Geocaching und zeigt Ihnen, wie es funktioniert. DAS hilft!

      Herzliche Grüße
      Jörg (DWJ_Bund)
      Deutsche Wanderjugend
      Förderer & Unterstützer der Infoplattform geocaching.de

  7. P.S. Für einen Geocache ist ein Verein nicht haftbar wenn er nicht Besitzer und / oder Eigentümer dessen ist.
    Legt ein Mitglied des Vereins einen Geocache ist der Verein nicht Owner.

  8. Hallo,
    ich war gestern den ganzen Tag am Stand und muss sagen, besser kann man die Eindrücke auf der Messe nicht beschreiben. Vielen Dank dafür! Die Frage der Ansprechbarkeit werden wir Paderborner ebenfalls regeln!
    Viele Grüße,
    Dirk aka SchwarzTaucher

  9. Ersteinmal vielen Dank an alle Mitstreiter die sich auf der Jagd&Hund der Diskussion mit den Jägern, Landeigentümern etc. stellen.
    Die geschilderten Begegnungen decken sich mit den Erfahrungen, die ich auch auf diversen Messen und Veranstaltungen gemacht habe.
    Es ist zwar gut persönliche Kontakte zu „den anderen“ zu haben und mann kann da einiges bewegen, siehe die vielen Citos, wo wir Cacher in dreistelliger Men-Power aufgelaufen sind, aber irgendwann sind Grenzen erreicht, die eine natürliche Person nicht mehr abbilden kann…
    Eben grade dann, wenn irgendwas verhandelt werden soll/könnte – das funktioniert in Deutschland halt nur mit juristischen Personen – so ist das Spiel!
    Diese Diskussion um das ach so „böse V-Wort“ gibt es nun schon mindestens 10 Jahre und endlich haben ein paar Cacher um Nadine den Mut gehabt es umzusetzen – Respekt!!!
    …und siehe da, plötzlich ist es gar nicht so schlimm und es werden sogar ganz neue Möglichkeiten offenbar, nicht nur, dass mit den Vertretern von z.B. Privater Waldbesitzer auf ganz anderen Ebenen geredet wird…
    Auch möchte ich den Faden mal weiter spinnen, wenn sich ausreichend Cacher in Vereinen organisieren, dann können wir nicht nur mit Offiziellen reden, sonder durchaus auch Forderungen stellen – aber dafür müssen wir uns einfach mal den deutschen Gegebenheiten beugen und juristische Ansprechpartner installieren.
    Ich denke die Zeit ist reif – ganz klar PRO Vereine!

  10. Der Dialog mit den verschiedenen Interessensgruppen erachte ich als den richtigen Weg. Und auch Vereine halte ich für ein gutes Mittel um Interessen und Anstrengungen zu bündeln.

    Ich war vor einigen Tagen in Seattle und habe mich mit Bryan Roth, einem der Mitgründer von Groundspeak, unterhalten. Dort habe ich auch das Thema Naturschutz angesprochen. Die Essenz: Der Dialog ist wichtig und die Archivierung von problematischen Caches ist ein Zeichen an die Betroffenen um die Dialogbereitschaft herzustellen. Deutschland kommt bei diesem Thema eine Vorreiterrolle zu. Lasst uns mit gutem Beispiel vorangehen!

    Hier der Link zum Artikel mit dem eingebetteten Video

    http://www.cachingwelt.de/2013/02/02/interview-mit-bryan-roth-von-groundspeak/

  11. Aufschlussreiches Interview, danke! Wurde ja sogar von Bryan genannt (29:40), hihi.

    Nach dem Start der zt. belächelten „Intitiative Geocaching Dialog“ im Dez. 2010 (vgl. geoclub.de http://forum.geoclub.de/viewtopic.php?f=105&t=51415) bewegt sich ja doch jetzt einiges, was ich klasse finde.

    Insbesondere der Kontakt zwischen Groundspeak und dem Landesjagdverband NRW scheint auf fruchbaren Boden gefallen zu sein. Vor zwei Jahren hatten wir die Verbindung vom Jagdverband NRW in Richtung Groundspeak (zu Bryan) hergestellt, jetzt zeigt sich, dass es eine dauerhafte Verbindung ist. Superklasse!!

    Aus dem Bereich der Waldeigentümer gäbe es noch Verbesserungspotential wie mir scheint, denn Gespräche z.B. kürzlich beim Hess. Waldbesitzerverband zeigten auf, dass da noch nicht so eine innige Verbindung besteht. Ich glaub ich werd da noch mal kurz mit Seattle telefonieren und ein paar Kontaktdaten mailen 😉

    Denn eines ist klar: Gut informierte Waldeigentümer haben fast überhaupt keine Bedenken gegen Geocaching, wenn sie wissen, wie (einfach) sie eigentlich im Problemfall (re)agieren können und wie wenig Probleme die Freizeitbeschäftigung im Verhältnis zu seiner Verbreitung im Grunde macht.

    Auch das ist eine Erkenntnis aus so manchen Gesprächen mit Eigentümern. Einige wenige „Scharfmacher“ und „Unkenrufer“ nutzen allerdings zum Teil die Uninformiertheit Ihrer Verbandskollegen aus, wie mir scheint, um manchmal (medial) Stimmung gegen Geocaching zu machen.

    Durch Informationen und (persönliche) Gespräche nimmt man den Nährboden von solchen unfair agierenden Kritikern. Da kann übrigens jede/r Geocacher/in mithelfen und einfach mal ne Runde mit Uninformierten drehen.

    Ein anderer Aspekt ist die Methode, wie letztlich Groundspeak derzeit auf Nachrichten von Eigentümern reagiert: Zumeist ist die Dose dann durch Reviewer archiviert. Ohne jedoch mögliche Dialogprozesse zwischen auslegendem (verantwortlichen) Owner und Beschwerdeführer. Scade eigentlich und anders lösbar.

    Da geht Opencaching.de und auch das Freiwilligensupport-Team von Geocaching.de einen anderen, m.E. erfolgreicheren Weg: Es wird nicht gleich endgültig archiviert, sondern versucht, zwischen Owner und Beschwerdeführer einen Kontakt zur Lösungsfindung vor Ort zu schalten. Aus meinen persönlichen Erfahrungen weiß ich, dass viele Dosen dann nicht archiviert sondern ggf. lediglich etwas anders platziert werden müssen. Das klappt gut, sollte auch bei geocaching.com von Groundspeak möglich sein, oder nicht? Nutzer, ihr seid am Zug 🙂

    Die Geocaching-Szene ist auf einem guten Weg!

    Viele Grüße
    Jörg (DWJ_Bund)
    Deutsche Wanderjugend
    Förderer & Unterstützer der Infoplattform geocaching.de

  12. Hallo zusammen,
    leider habe ich nicht die Möglichkeit am Stand reinzuschauen. An alle die meinen „es sieht billig aus.“ Erst besser machen dann meckern. Ich denke das ein solcher Dialog wichtig und richtig ist. Hab selber zwei Jagdpächter in der Familie und erst hies es „Gehört alles verboten, Der Wald ist meiner und da hat keiner was verloren.“ Mitlerweile hab ich den einen soweit das er ein GPS gekauft hat und der andere ist nicht mehr abgeneigt das ich in seinem Revier einen Cache lege, er darf halt nur nicht in seier „Jagdrichtung“ liegen. Nach einer Begehung des Geländes war das dann kein Problem mehr. Ein solcher Dialog führt auch zu pos. Ergebnissen wie man sehen kann, vorher war mir die Lokation nicht so bekannt das ich dort hätte einen cache plazieren wollen. Im Frühjahr gehts los, nach der Blattzeit (während der Paarungszeit der Rehe ists zu gefährlich da dann dort gejagt wird.
    Martin

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