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Alles „Premium“ oder was?!

Nach meinem letzten Beitrag zum offenbar nicht enden wollenden Geocaching-Boom hat mich der ein oder andere Kommentar hier auf der Seite und bei Facebook dazu gebracht, mich direkt einem weiteren Statistikthema zu widmen, das ich selbst recht spannend finde: die Verteilung der Accounttypen unter allen Geocachern auf Geocaching.com sowie das Verhältnis der aktiven zu den nicht aktiven Accounts.
Warum ich das Ganze interessant finde … ich weiß es nicht wirklich. Vielliecht liegt es daran, dass ich, so wie manch andere Geocacher auch, eine gewisse Vorstellung davon habe, wieviele Geocacher es (auf Geocaching.com) wohl geben mag, wieviele davon „Premium Member“ sind und wie es um die „Karteileichen“ bestellt ist.

Die Grundlage der Datenerfassung

Makro

Um diese und andere Gedankenspiele mal möglichst reellen Zahlen gegenüber zu setzen, begann ich vor etwa zwei Wochen Daten aus zufällig gewählten GC-Accounts auszulesen. Erst ein paar hundert Datensätze, dann ein paar tausend. Die Ergebnisse, die ich dabei erhielt, motivierten mich das Thema umfassender zu bearbeiten und so stellte ich die „Zählmaschine“ an. Ich ließ sie zunächst rattern bis ich 20.000 zufällig gewählte, komplette Datensätze aus ca. 8,8 Mio. GC-Accounts zusammen hatte. Um eine noch höhere Genauigkeit zu erlangen, stellte ich den PC nochmals für etliche Stunden an und ließ ihn knapp 100.000 zufällig ausgewählte, verschiedene Accounts vom September 2000 bis zum Februar 2014 auslesen.
Für das Auslesen der Profile hatte ich natürlich keinen Datenbankzugriff auf Geocaching.com und so musste ich mich dabei eines Makros bedienen. Die Zufallszahlen für die Profil-IDs erzeugte ich per Excel und achtete darauf, dass es keine Duplikate gab.

Über die Anzahl der auszulesenden Profile habe ich mir aber im Vorfeld natürlich ein wenig den Kopf zerbrochen, da ich als „Nicht-Profi-Statistiker“ keine Idee hatte, wie groß eine repräsentative Menge an Accounts sein muss. Genügen etwa 1 %, 5 % oder 10 % aller GC-Accounts? Bis heute weiß ich aus wissenschaftlicher Sicht keine Antwort auf diese Frage. Allerdings kam ich bei allen Tests mit stets unterschiedlichen Accounts und Mengen immer wieder auf nahezu gleiche Ergebnisse. Das hat mich in dem Glauben bestärkt, dass die so ermittelten Zahlen und Daten zumindest sehr nahe an der Realität liegen müssen.

Groundspeaks PR- und Special Media Manager Eric Schudiske konnte meine Ergebnisse auf eine Anfrage hin, aber (leider) aus nachvollziehbaren, unternehmerischen Gründen weder bestätigen noch dementieren:

Unfortunately, we’re not able to be of much help here. As a private, family-owned entity Geocaching.com does not comment on proprietary business information.

Hätte ich mir auch irgendwie denken können … seis drum. Letztlich bin ich aber der festen Überzeugung, dass meine Daten relativ exakt sind.

Zahlreiche verschiedene Account-Typen

Bevor ich folgend zum meinem Ergebnis komme, will ich zuerst die verschiedenen Account-Typen vorstellen, die in einem Profil auf Geocaching.com hinter dem Wörtchen „Status“ stehen können. Dabei sind zunächst die drei Arten der Mitgliedschaft aufzuzählen:

Diese drei Mitgliedschaftsarten können je nach Cacher einen unterschiedlichen Status haben:

Ganz schön viele verschiedene Typen, die den meisten Geocachern zum Teil wohl noch nie untergekommen sind.

Fast 9 Millionen Accounts 

Stand 21. Februar 2014 verzeichnet die Datenbank von Geocaching.com den Account-IDs folgend genau 8.865.305 User. Die Entwicklung der Anmeldezahlen ist gerade in den letzten Jahren massiv gestiegen, was nicht zuletzt auch an der Verbreitung von Smartphones liegen dürfte.
Doch wieviele von diesen beinahe 9 Millionen Accounts sind den zuvor genannten Typen zuzuordnen. Damit habe ich mich als erstes beschäftigt und kam zu folgendem Ergebnis.

Von allen Accounts besitzen 79,8 % den einfachen Status „Member“, 16,4 % den Status „Not Validated Member“ und lediglich 3,5 % sind Premium-Accounts. Sämtliche andere Account- oder Status-Typen machen jeweils weniger als 0,3 % aus oder tendieren prozentual gesehen gegen Null.

Verteilung der Account-TypenMich hat dieses erste Ergebnis ein wenig erstaunt. Ich hätte nicht mit einem solch hohen Anteil an „einfachen“ Accounts gerechnet. So erging es offenbar auch einigen anderen, denen ich diese Grafik, allerdings ohne Werte, vorab auf Facebook zeigte. Dort rechnet kaum jemand damit, dass der große, grüne Teil für die normalen „Member“ steht. So kann man sich täuschen … 😉

Aber natürlich verzerrt dieses Bild in gewissem Maße die Realität. So lassen sich Accounts auf Geocaching.com ja nicht löschen (sondern lediglich deaktivieren). Weiterhin bleiben komplett ungenutzte Accounts ja ebenfalls bestehen.
Um diese Problematik ein wenig, wenn auch nicht restlos, zu entschärfen, habe ich bei der nächsten Auswertung meinen Blick auch auf das letzte Login-Datum der jeweiligen Account gerichtet. Als einigermaßen großzügige Grenze für die Unterscheidung zwischen aktiven und ungenutzten Accounts setzte ich ein halbes Jahr fest. Wurde ein Account also das letzte Mal vor dem 20. August 2013 genutzt, fällt er in der folgenden Grafik raus. Dort wird nämlich das Verhältnis der Accounts dargestellt, welche innerhalb des letzten Jahres mindestens einmal auf Geocaching.com genutzt wurden.

Aktive AccountsZwar verändern sich die Werte gegenüber der obigen Auswertung gerade bei den „Premium“-Accounts deutlich, aber dennoch machen die einfachen „Member“ mit 68 % mehr als 2/3 aller Account-Typen auf Geocaching.com aus. Auch hier tendieren alle anderen Account-Typen, die in der Grafik nicht fett markiert sind, im Verhältnis wieder gegen Null.

Aus den Daten um die Auswertung der aktiven Accounts lässt sich natürlich auch eine Aussage über die nicht aktiven Accounts treffen. Also solche, bei denen nach dem 20. August 2013 kein Login mehr stattfand … oder kurz gesagt „Karteileichen“.

Aktive Accounts vs. "Karteileichen"Mit diesen Werten hatte ich ebenfalls nicht gerechnet. Zwar bekam ich beim Durchlaufen der Makros zur Ermittlung der Werte schon einen Eindruck davon, dass viele Accounts entweder nie oder aber das letzte Mal vor langer Zeit genutzt wurden. Aber das mehr als 3/4 aller Accounts ungenutzt sind, hätte ich zuvor nicht gedacht.
Zu beachten, ist hier natürlich auch wieder meine willkürliche Datumsgrenze (20. August 2013).

Wenn diese Werte (auch nur ansatzweise) stimmen sollten, dann gibt es in absoluten Zahlen von rund 8.9 Mio. Accounts nur etwa 2,05 Mio. aktive Geocacher. Das ist zwar immer noch eine beachtliche Zahl, aber ich hatte sie im Laufe der Jahre persönlich sehr viel höher eingeschätzt.

Über die Hälfte alle Accounts wurden weniger als 10 Tage genutzt

Nach dem ersten „Schreck“ über die wirklich hohe Anzahl an „Karteileichen“ habe ich mich der Nutzungsdauer der Accounts zugewandt. Beim Durchrattern der Makros fiel mir immer wieder auf, dass bei vielen Accounts unter dem Punkt „Letzter Login“ das Wort „Never“ stand. Das machte mich neugierig.

Nutzungsdauer der AccountsUnd so kam heraus, dass 42,6 % aller Accounts nie oder nur am Tag der Erstellung „genutzt“ wurden. Addiert man dann noch den Wert der Accounts hinzu, die lediglich für bis zu 10 Tage Verwendung fanden, dann macht dies zusammen über 50 % aller Accounts aus.

Trotz geringer Anzahl finden „Premium-Cacher“ deutlich mehr Caches

Wie bereits beschrieben, zeigte ich vor einigen Tagen bereits eine der oberen Kuchengrafiken ohne Werte auf Facebook. Aus einem der Kommentare dazu entstand bei mir der Wunsch, auch nach der Aktivität der unterschiedlichen Account-Typen zu schauen, was das Cachen an sich betrifft … also wer, wieviele Dose findet.

Verteilung der CachefundeHier bestätigte sich zum ersten Mal eine These: „Premium-Cacher“ loggen deutlich mehr Funde als alle anderen Account-Typen. Verzeichnet ein Account 1-50 Funde ist die Wahrscheinlichkeit mit 90,1 % sehr hoch, dass es sich um einen normales „Member“ handelt. „Premium-Member“ sind bei diesem Wert so gut wie gar nicht repräsentiert. Ab einem Wert von mehr als 500 Funden wendet sich aber das Blatt: solche Fundzahlen findet man dann zunehmend in „Premium“-Accounts. Bei über 5000 Funden fast ausschließlich dort.
„Premium-Member“ sind demnach als deutlich aktiver einzustufen. Alle anderen Account-Typen cachen deutlich weniger. Das macht sich auch in der durchschnittlichen Fundzahl bemerkbar. Diese liegt meiner Auswertung zufolge bei „Premium“-Cachern um den Faktor 43 höher, als bei Cachern ohne das Wörtchen „Premium“ im Status-Titel.

Mein persönliches, kurzes Fazit

Wer bis hierhin durchgehalten hat, dem sei schon mal gedankt! Viele Zahlen, Daten und Diagramme … für den einen ein staubtrockenes, unnützes Thema, für den anderen spannend. Ich zähle mich zu den letzteres Personen und muss gestehen, dass ich mit einigen der Ergebnisse so nicht gerechnet hätte.
Gerade die geringen Werte bei den „Premium“-Accounts wunderten mich. Rechnet man nämlich die Prozentwerte der aktiven „Premium“-Cacher mal in absolute Zahlen um, erhält man „nur“ noch eine niedrige sechsstellige Anzahl. Und genau diese Cacher tragen einen großen Teil zur Finanzierung der populärsten Geocaching-Plattform bei.

Leider lassen sich mit meiner Methode keine Aussagen über die Geocacher in Deutschland oder gar Münster treffen. Solche Infos geben nur die allerwenigsten Accounts her.


Update 7. März 2014:
Ich war bei den Podcastern von Geocaching Münsterland zu Gast und habe ein wenig zu den Hintergründen und Zahlen dieser Statistik erzählt: http://bit.ly/1pe9pOh

Autor: ehnatnor | Jens

Hier schreibt "ehnatnor", im normalen Leben hin und wieder auch mit "Jens" ansprechbar, rund ums Geocaching in Münster. Das Ganze kann aber auch weitere Kreise ziehen ... Du findest mich auch bei Facebook, Twitter und Google+.

34 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wow, ein dickes danke fürs Ausarbeiten dieser Statistik.
    Da bist du ja mittlerweise doch schoon Profi drin :D.
    Mich haben die Zahlen auch ziemlich überrascht. Auch, dass es nur so wenig aktive Premiummember gibt und das doch so viele Accounts inaktiv sind.
    Danke für die Mühe und Gruß,
    Slini11

  2. Hallo Jens,

    danke für diese interessante Statistik.

    Ich habe vor ein paar Wochen einmal nachgesehen, wie viele sich am selben Tag angemeldet haben wie ich, es sind 2.700 Personen. Daraufhin habe ich einmal die ersten 323 Profile angeklickt und die meisten sind wirklich Karteileichen. 68 = 21,5 % sind noch aktiv (mein Kriterium: mind. 1 Fund und 2013 online). Davon 11 = 3,4 % sind deutlich aktiv (viele Funde und vor Kurzem noch online) von denen nur 7 = 2,2 % PM sind. Es sieht also ähnlich aus wie bei Deiner Auswertung. Aufgefallen ist mir auch, dass einige ohne Fund noch 2013 online waren, genauso wie viele, die nur am Anmeldetag oder nur ein paar Tage später zuletzt online waren.

    Da ich alles händisch anklicken muss (ich habe mir die Links mit den IDs allerdings mit Excel erzeugt), weiß ich nicht, ob ich jemals bis zum Ende kommen werde. Wenn ich mal wieder Lust und ein paar Minuten Zeit habe, schaue ich mir die nächsten Profile an.

    Gruß
    6foot3

    • Oh je, ich muss mich korrigieren, ich habe eine falsche Zahl genommen. Es sind sogar 5.820 Personen die sich am selben Tag angemeldet haben. Das drückt die Prozentzahlen natürlich nach unten.
      68 = 1,17% sind noch aktiv, davon 11 = 0,19% sind deutlich aktiv und davon sind 7 = 0,12% PM.

  3. Wieder einmal eine tolle Auswertung. Ich bin jedes Mal über die aufwendigen Statistiken erstaunt und hätte bereits des Öfteren mit meiner Einschätzung da neben gelegen.
    Ich finde diesen Blog klasse. Die Motivation des Betreibers finde ich beeindruckend. Immer ein anderes Thema das und jedes Mal klasse recherchiert.
    Hier möchte ich einmal einen Dank an ehnatnor, für all seine Tollen Beiträge, aussprechen.
    Schönen Gruß aus Dülmen
    BIDW

  4. Hallo, dies gilt weltweit, oder? Interesant wäre eine deutsche Auswertung, ich glaube, da müsste der Premium Anteil deutlich größer sein. Danke für die Arbeit.

    • Hallo Jutta,

      danke für Dein Feedback!
      Die Zahlen gelten nur weltweit. Für einzelne Regionen oder Länder lässt sich mit der Methode keine Aussage machen. Da müsste man schon Zugriff auf die Datenbank von Geocaching.com haben.

      Viele Grüße,
      Jens

  5. Hallo Jens,

    vielen Dank für die super interessante Auswertung mit einigen auch für mich überraschenden Fakten. Ich gehöre übrigens auch zu der Gruppe von Menschen die Statistiken überhaupt nicht staubtrocken finden!

    Liebe Grüße aus Hessen, Jörg

  6. Ich bin ein Member. Habe mittlerweile 429 Funde seit 2012. Ich gehe nicht exzessiv cachen, sondern schaue über die app auf meinem Smartphone, ob was in der näheren Umgebung ist. Dann wird auch gecacht. Es ist einfach ein nettes beiwerk wenn ich mal spazieren gehe oder unterwegs bin. Das die Statistik so aussieht hätte ich auch nicht gedacht. Leider gibt es immer mehr premium caches, so dass ich auch immer weiter fahren muss um einen cache zu finden. Es macht trotzdem Spaß.

  7. Hallo Jens,
    auch von mir ein Dankeschön für die super tolle Auswertung die ich mir zu Anfang des Premium Cachens gemacht habe. So grob überschlagen und Prozentual gesehen dachte ich mir dieses auf Grund auch aus persönlicher auch anderer Lebensbereiche. Das nun so in Zahlen, Diagrammen nach zu lesen ist verwunderlich. Liegt wohl aber in der Natur des Menschen, wie ich sie kennen gelernt habe. Als nächsten Schritt wäre vielleicht noch untersuchungswert die Zahlen und Fakten psychologisch nach Persönlichkeitstypus zu untersuchen. 😉 Man, was ne Datenmenge und was man damit anfangen kann.
    Ich will nun nicht daran denken, was man damit auch werbetechnisch anfangen könnte. 😉
    Aber nochmal vielen Dank der Überschaubarrkeit Deiner Analyse hier.
    LG, Klaus-Dieter

  8. Sehr sehr interessant. Danke für diese geniale Ausarbeitung!
    Auch ich stelle fest, dass ich alles anders eingeschätzt habe.
    Schon krass was da so an „Account Müll“ zusammen kommt.
    Das teile ich gleich in unserer GC Gruppe denn ich denk der Großteil schätzt hier falsch.

    Vielen Dank für den Klasse Beitrag :)

  9. Hi Jens, eine schöne Ausarbeitung mit vielen guten Ansätzen. Im Endeffekt bleibt es ja schon GS’s Geheimnis, was an den Zahlen echt ist. Aber Deine Veranschaulichung halte ich für nachvollziehbar und repräsentativ. Ich hoffe es kommt nicht wieder diese „PM“ oder nicht Diskussion auf. Man muss sich aber vor Augen halten, wie viel Geld jedes Jahr in die Kasse gespült wird – ausschließlich durch PM-Member. Dazu kommen ja noch die Lizenzprodukte.
    Am Ende ist nachvollziehbar, warum die Plattform diesen Entwicklungsstatus hat; der bei OC z.B. fehlt… man sieht eben, wo das Geld steckt.
    Bis Bald; im Wald!
    Mirco

  10. Moin, Respekt für Statistik und Auswertung.

    Die Premiumcacher mögen vielleicht die Plattform tragen, aber es gibt sicherlich genauso viele normale Member, die Zeit und Geld investieren, dass GC.com Futter hat. Und da zähle ich mich mal dazu.

    Und ich kenne einige Premiums, die eher suchen als legen. Für mich lohnt sich die Bezahlmitgliedschaft nicht, weil ich dafür zu unregelmäßig losziehe und noch kein Hardcorecacher bin.

    Selbst niedriger sechsstellige Premiumzahl sind über 3 Mio Dollar. Hinzu kommen Gelder aus dem (nennen wir es mal) Merchandise-Bereich.

    Viele Grüße und happy Hunting,
    Sven aka SigmaAlphaPi

  11. Andyhandicap (Carsten-André) 23. Februar 2014 um 21:06 Antworten

    Hallo Jens,
    ein wirklich beeindruckender Artikel und klasse aufbereitete Zahlen. All dies habe ich mit großem Interesse gelesen.
    Nach meiner Ansicht fehlt allerdings die Berücksichtigung, dass die Personen, die ausschließlich mit einer Smartphone App cachen UND ausschließlich über diese App dann auch loggen (egal welcher Logtyp; Fund, Nicht gefunden, Wartung durch Besitzer, Zeitweise Stilllegung etc.) nie eingeloggt sind bzw. es nur 1x am Beginn ihrer Cache Karriere waren. Evtl. sich dieser Cache nur 1x pro Jahr eingeloggt, um die Premium-Mitgliedschaft zu verlängern. Basic-Members sind unter umständen nie mehr auf der Homepage eingeloggt.
    Ich selbst kenne persönlich 5 (in Worten fünf) Basic-Member, die nur über ihre Smartphone App cachen, seit dem Jahr 2011 dabei sind und (lt. Anzeige auf GC.com) zuletzt im Jahr 2011 bzw. 2012 eingeloggt waren.
    Ich denke, dass gerade unter den Basic-Member der Anteil der Smartphone-Cache recht hoch ist.
    Da diese „Art“ zu cachen in dem Artkel überhaupt keine Berücksichtigung findet „hinken“ deine Zahlen wahrscheinlich etwas hinter der Realität hinterher. Was meinst Du?
    Viele Grüße aus Schwerte an der Ruhr
    von
    Andyhandicap (Carsten-André)

    • War auch mein erster Gedanke, dass man mit den inaktiven Accounts mit Sicherheit so nicht stimmt. Ich kenne auch Premium Member, die nur über die App loggen und sich somit auf der Seite die „zuletzt online“-Anzeige nicht ändert, obwohl seitdem etliche Caches geloggt wurden.

      Ansonsten sehr interessant, mit der Verteilung hätte ich so auch nicht unbedingt gerechnet…

      • Hallo Carsten-André, hallo seconds to nowhere,

        zugegebenermaßen tauchen die Cacher, welche sich ausschließlich per App (oder über andere Programme, welche die Api nutzen) einloggen, in der Statistik oben nicht auf. Ich habe diesen Fall auch absichtlich in der 100.000er und 20.000er Stichprobe nicht untersucht, da meiner Meinung dieser Wert im Verhältnis zu allen aktiv genutzten Accounts gegen Null tendiert. Innerhalb eines halben Jahres werden sich wohl die allermeisten Geocacher mindestens einmal „regulär“ in ihr Profil einwählen. Der Zeitraum für die Definition eines „aktiven Cachers“ ist deshalb ja auch absichtlich recht großzügig bemessen.

        Nichtsdestotrotz habe ich in einer erneuten Stichprobe, die aufgrund der wesentlich komplizierteren Datenerfassung nur 5.000 Accounts umfasst, das Datum des letzten Fundlogs als Grundlage genommen und somit nicht nur das Datum des letzten Logins über die Webseite. Und die Zahlen zwischen der einen Variante und der anderen unterscheiden sich lediglich hinter dem Komma.
        Natürlich bin ich mir bewusst, dass diese letzte Stichprobe aufgrund des deutlich geringeren Umfangs nicht so aussagekräftig erscheint, wie die die 100.000er Variante. Aber dennoch zeigt sie in meinen Augen, dass die Zahl der Geocacher, die meiner Definition nach als „aktiv“ gelten würden, sich aber nicht über die Webseite einloggen, absolut zu vernachlässigen ist. Alles andere dürfte unter subjektive Beobachtungen fallen.

        Zum Abschluss sei aber natürlich nochmals erwähnt, dass meine Auswertung noch so viele Stichproben enthalten kann, wie ich will … letztlich handelt es sich dabei um hochgerechnete Werte, die in der Realität theoretisch anders aussehen können.

        Viele Grüße,
        Jens

  12. Wow, danke für dieses beeindruckende Zahlenwerk! Ich selbst finde die Verteilung 1/3 : 2/3 gar nicht so überraschend. In unserem weiteren cachenden Bekanntenkreis lässt sich dies zumindest so ähnlich darstellen. Auch wenn das wiederum so gar nicht repräsentativ ist. 😉

    Erschreckend finde ich die hohe Zahl der Karteileichen – das lässt die Zahl von knapp 9 Mio. Cachern ja nun wirklich wie einen schlechten Witz darstehen :-/

  13. Zu Statistiken gibt es ja noch die nette Seite project-gc.com
    Die weist für 2013 knapp 315.000 aktive Cacher aus Deutschland aus, wobei die Aktivität vermutlich über Logs gemessen wird.

    Daß die tatsächliche Aktivität der Szene von den PMs dominiert wird, kann man leicht aus Logs beliebiger Caches ablesen. Hier im südlichen Ba-Wü liegt der PM-Anteil in den Logs durchschnittlicher Caches irgendwo um die 70-80 % herum, nur bei gut besuchten urbanen Einfachtradis (dürften wohl alles welche mit Anfängerlabel sein) kommen mal BMs auf über 50%.

    • Hallo badnerland,

      meine Zahlen beziehen sich ja (leider) nicht auf Deutschland, sondern auf alle Geocaching-Accounts weltweit. Ohne Datenbankzugriff, wie Project GC ihn nutzt, ist es auch nicht möglich Zahlen ausschließlich für ein Land zu ermitteln. Und weltweit sieht die Verteilung der PMs gegenüber den einfachen Mitgliedern so aus, wie oben im Artikel genannt … natürlich abzüglich etwaiger, statistischer Ungenauigkeiten.

      Aber ich geben dir in Bezug auf die PMs in Deutschland auf jeden Fall, zumindest gefühlt, recht. Hier dürfte der Anteil der zahlenden Mitglieder gegenüber den einfachen Mitgliedern deutlich größer ausfallen, als weltweit. Aber dies ist nur meine subjektive Meinung. Ob das letztlich stimmt, weiß ich natürlich nicht.

      Viele Grüße,
      Jens

  14. Hallo,
    ich finde die Zahlen gar nicht so abwegig. Man muss ja mal bedenken wie alt die Plattform schon ist und wie schnell die Anmeldung gemacht ist. Kommt dann mal wieder ein Beitrag in Zeitung, Fernsehn oder Radio schauen viele rein weil es interesant klingt, melden sich oft auch an weil ohne kann man ja nicht viel machen und ziehen dann doch nie los! Ich kenne eigentlich kaum eine Website die nicht nach wenigen Monaten zu mindestens der Hälfte aus Karteileichen besteht…
    Lg, Eva

  15. Moin Jens,

    ich möchte Dir in einem Punkt widersprechen:
    „Und genau diese Cacher tragen einen großen Teil zur Finanzierung der populärsten Geocaching-Plattform bei.“
    Nein, das ist nicht korrekt – und das nicht erst seit Deiner Mitgliederstatistik. Dafür im übrigen vielen Dank!

    Der Löwenanteil der Einnahmen von Groundspeak stammt zweifellos aus dem Trackable-Geschäft. Für jeden einzelnen Trackingcode verlangt Groundspeak USD 1,50. Hinzu kommen noch Kosten für (bzw. Einnahmen durch) eigene Icons, eigene Präfixe und ähnliches. Ich habe hierüber noch keine Statistik erstellt (wäre das nicht etwas für Dich? *g*), aber angesichts von knapp 7000 Icons/Designs und jeweiligen Trackingcode-Stückzahlen zwischen 50 und 10.000 kann man sich auch ohne absolute Zahlen recht einfach an den Fingern ausrechnen, wieviel Geld hier in die Kassen fließt.

    Der zweite Faktor bei der Geldbeschaffung ist die Werbung. Da auf meiner gc.com-Seite keine Werbung angezeigt wird und ich über sonstige nationale/internationale Werbekampagnen von Groundspeak nicht informiert bin, kann ich über den Umfang dieser Einnahmen nur spekulieren.

    Der dritte Faktor schließlich ist das Merchandising. Alles, was beispielsweise „Signal the Frog“ auf sich trägt (oder gleich in Plüsch genäht so aussieht), bringt eine Menge Geld.

    Verglichen mit diesen drei Posten dürften die Einnahmen aus Premium-Mitgliedschaften nur unter „ferner liefen“ rangieren.

    Gruß,
    Thorsten

    • Nachtrag in eigener Sache: Ich habe einen Rechenfehler gemacht (bei ‚ner „5“ Mathe nicht weiter verwunderlich *g*) – insofern stimmt meine Aufstellung nicht mehr. Vielmehr dürften sich die Einnahmen aus Premium-Mitgliedschaften und Trackables in etwa die Waage halten. Wenn ich mir allerdings den momentan boomenden Coin-/TB-Markt anschaue und den mit meinem (subjektiven) Empfinden vergleiche, nach dem die Zahl der Premium-Mitgliedschaften stagniert oder gar zurückgeht (in meinem weiteren persönlichen Umfeld gibt es weniger neue PMs als solche, die ihre PM verlängern), kommen wir doch wieder in die grundsätzliche Hausnummer meiner ursprünglichen Aufstellung.

      • Hallo Thorsten,

        zunächst einmal danke für dein Feedback!

        In wie weit sich die einen Einnahmen Groundspeaks zu den anderen verhalten, kann ich beim besten Willen nicht beurteilen. Das wird wohl auch niemand seriös sagen können, ohne Einblick in die Zahlen des Unternehmens zu bekommen. Aber den gibt es verständlicherweise ja nicht. Und ob ich das wissen muss, bleibt dahingestellt. 😉
        Unter anderem deshalb habe ich in meinem Artikel absichtlich nur von einem „großen Teil der Finanzierung“ durch die Premium-Mitgliedschaften geschrieben. Denn das wird ziemlich sicher so sein. Ob es der größte Teil ist, kann ich nicht beurteilen .. das wäre reine Spekulation.

        Im Gegensatz zu den Trackables liefern die Premium-Mtgliedschaften Groundspeak jährlich erneute Einnahmen. Schließlich muss man für die Weiterführung der Mitgliedschaft jährlich oder im 3-Monats-Rhythmus die entsprechende Gebühr entrichten.
        Dies ist bei TBs und Coins ja nicht der Fall. Hier wird lediglich einmal die Gebühr für den Tracking-Code in Höhe von 1,50$ entrichtet, eventuell auch für ein zugehöriges Icon. Das war es dann aber. Groundspeak stellt dann aber dauerhaft die Infrastruktur, sprich den Speicherplatz in der Datenbank für diesen Code und das zugehörige Listing bereit. Und das ohne weitere Einnahmen daraus zu erhalten. Eben ganz anders als bei den Premium-Mitgliedschaften.

        Gehe ich jetzt mal davon aus, dass meine Zahlen zu dem Anteil der Premium Mitglieder an der Gesamtzahl aller Geocacher auf Geocaching.com im obigen Artikel tatsächlich stimmen, dass würde Groundspeak innerhalb eines Jahres ganz grob ca. 8,5-9 Mio. US-Dollar nur durch die Premium-Mitgliedschaften einnehmen.
        Betrachtet man nun die Einnahmen aus den Tracking-Codes dann muss man zunächst die Anzahl aller bislang vergebenen Code ermitteln. Dies klappt wieder über die IDs. Der aktuell letzte Tracking-Code wurde unter der ID 5557334 vergeben. Das bedeutet, dass es bislang maximal 5.557.334 TBs oder Coins gegeben haben kann. Maximal kann Groundspeak über die Vergabe von Tracking-Codes bislang also „nur“ 8.336.001 US-Dollar eingenommen haben. Natürlich addieren sich da noch die Gebühren für eigene Icons.
        Aber wenn man nun sieht, dass der Verkauf von TB-Codes (exkl. der Icon-Gebühr) in allen Jahren zusammengerechnet gerade einmal etwa so viel Geld eingebracht hat, wie die Premium-Mitgliedschaften innerhalb eines Jahres bringen, dann kann man durchaus sagen, dass letztere einen erheblichen Anteil an dem Umsatz von Groundspeak haben. Im Grunde muss man dann sogar festhalten, dass sich die Einnahmen aus TB-Codes und Premium-Mitgliedschaften doch nicht die Waage halten, sondern eher eklatant unterschiedlich sind.

        Werbung und Merchandising werden bestimmt auch einiges an Geld reinspülen, aber meiner Meinung nach nicht solche Summen, wie die Einnahmen aus dem Premium-Mitgliedschaften. Das ist jetzt aber natürlich wieder Spekulation. 😉
        So oder so ist Groundspeak von den bezahlten Mitgliedschaften mit Sicherheit in einem erheblichen Maße abhängig.

        Viele Grüße,
        Jens

  16. Hallo Jens,

    letztens wurde in einer Facebookgruppe für Loglängen diskutiert. Interessant wäre da, ob aAfänger wirklich so viel wesentlich kürzer Loggen als User, die
    – Premiummeber sind
    – die schon selber Caches gelegt haben (Anzahl Favo ?)
    – mehr als X Funde haben
    – Aktiv sind seit…

    Was meinst du dazu ?

    Gruß,
    Nils (Slini11)

    • Hallo Nils,

      das wäre auch mal ein interessantes Gebiet für eine Untersuchung. Aktuell bin ich mir zwar noch nicht ganz so sicher, wie man das tatsächlich ohne allzu erheblichen Aufwand erheben könnte, aber ich werde es mir bei Gelegenheit bestimmt einmal näher anschauen.

      Alle Aussagen, die jetzt ohne Daten dazu machen könnte, wären lediglich Spekulation.

      Viele Grüße,
      Jens

  17. Wow,
    das ist eine nette Analyse, die sicher unter den genannten Parametern sehr genau ist. Vielen Dank dafür.
    Die Frage jedoch, die sich mir stellt ist, wieviele Doppel-, Dreifach-, Vierfachanmeldungen existieren, wobei dann ja sicher nur ein Account die PM nutzt. Das wirst du natürlich nicht heraus finden können und selbst Groundspeak würde das wohl nicht hinbekommen können.
    Eine interessante Variante deiner Statistiken wäre noch zu untersuchen, wieviele Logs in den Caches durch PM und wieviele durch BM erfolgen. (wenn dies nicht irgendwo vorhanden ist.)
    Deine Gegenüberstellung der Einnahmen durch Trackables und Mitgliedschaften muss jedoch noch einmal überdacht werden. Natürlich spricht deine Zahl für 2013/2014 deutlich für die Einnahmen durch die Mitgliedschaft, jedoch darf man nicht vergessen, dass der Boom erst vor einigen Jahren stattgefunden hat und vorher die Zahlen sicher ein wenig anders aussahen. Wie dem auch sei: Nach deinen Recherchen spricht alles dafür, dass die Zahlmitgliedschaft die/eine Haupteinnahmequelle ist. Hatte ich ehrlich gesagt vorher anders gesehen!
    Eine weitere Statistik würde mich interessieren:
    wieviele Caches werden prozentual durch BM und wieviele durch PM ausgelegt. Wie sieht es da mit der „Qualität“ (wie auch immer die dann gemessen wird) aus?
    Ich denke, die Geocachingplattform(en) wird(/werden) in erster Linie durch die Mitspieler getragen, die auch Caches auslegen. 😉
    Vielen Dank für die gute Statistik!
    Jens

    • Hallo Jens,

      danke für Dein nettes Feedback!
      Bei den Mehrfachanmeldungen von Accounts muss ich Dir absolut recht geben, das wird man niemals, egal von welcher Seite, abschließend analysieren können. Als Mittel der Wahl würden hier höchstens Umfragen unter den Cachern Ergebnisse bringen können. Auf die Gesamtmasse aller Geocacher gesehen, behaupte ich aber, dass die überwiegende Mehrheit einen einzigen Account hat und nicht mehr. Und mit überwiegend meine ich Werte im Bereich von >90%.

      Was die Haupteinnahmequelle Groundspeaks betrifft, also ob TBs/Coins mehr reinspülen, als Premium-Mitgliedschaften, sei nochmal erwähnt, dass Groundspeak über die Tracking-Code-Gebühr in der bisherigen Zeit (also seit dem allerersten Tracking-Code) insgesamt nicht mehr als etwa 8,4 Mio. US-Dollar eingenommen haben kann. Allerdings wurden diese Gesamteinnahmen durch die TBs und Coins, durch die Einnahmen aus den Bezahlmitgliedschaften allein im Jahr 2013 übertroffen. Und das nur (!) mit den Einnahmen aus 2013.

      Viele Grüße,
      Jens

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