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„Es geht nur gemeinsam!“

So oder so ähnlich lautete in den vergangenen sechs Tagen der Messe „Jagd & Hund 2015“ am Stand der Geocacher in der Regel das Fazit von Jägern, Grundbesitzern und Waldbauern nach einem Gespräch mit uns. Vor allem auf Seiten der Jägerschaft herrscht inzwischen offenbar ein tiefes Verständnis Der Infostandfür unser Hobby vor und dass es bei Problemen mit Geocaches an sensiblen Orten immer das Beste sei, miteinander zu reden. Die Dialogarbeit auf verschiedenen Ebenen in den letzten Jahren zeigt daher meiner Meinung nach deutliche Erfolge auf. Von einem wirklichen Gegeneinander war auf Europas größter Jagdmesse nichts mehr zu spüren.

Geocacher auf der Jagdmesse 2015 … vor allem dank der Geocaching-Vereine

Wie bereits in meinem letzten Beitrag beschrieben, waren wir Geocacher in diesem Jahr nicht zum ersten Mal auf der „Jagd & Hund“ vertreten. Im Jahr 2012 fand unter Beteiligung von Groundspeak auf Einladung des Landesjagdverbandes NRW der erste Messeauftritt statt. Im Jahr 2013 wurden wir erneut eingeladen und waren ebenfalls wieder mit verschiedenen Geocachern vertreten, die unser Hobby der Jägerschaft einerseits erklärten und andererseits Wege aufzeigten, wie Konflikte konstruktiv zu vermeiden bzw. zu lösen sein.
Aufgrund der Frage nach Finanzierung des Messestandes und eines fehlenden Cheforganisators fiel die Beteiligung der Geocacher auf der „Jagd & Hund 2014“ leider aus. Auf dem Event „ProNatur2014“, welches im Oktober 2014 im Sauerland stattfand, sprach Andreas Schneider, Pressesprecher des Landesjagdverbandes NRW, mit Gabi Drogies, der 1. Vorsitzenden des Geocaching-Vereins Paderborner Land. Nach einigem Hin und Her stand dann fest, dass Geocacher im Jahr 2015 wieder auf der „Jagd & Hund“ vertreten sein werden. Den Großteil der Organisation übernahm dann Gabi und handelte dabei unter anderem heraus, dass der Landesjagdverband sämtlich Standkosten und Ausstellereintrittskarten übernahm. Den professionellen Messestand lieferte dann ein Team Sauerländer Geocacher. Die Betreuung des Standen vom 3. bis 8. Februar übernahmen ehrenamtlich verschiedene Geocacher, Reviewer und Mitglieder verschiedener Geocaching-Vereine.

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Letztendlich muss man dabei eindeutig festhalten, dass es ohne das Engagement der Geocaching-Vereine und ihrer Mitglieder und Vorstände nicht zu diesem erneuten und vor allem sehenswerten Messeauftritt gekommen wäre.

Präsenz zeigen, Dialog anbieten … nach wie vor sinnvoll!

In ihrer dritten Auflage zeigte die Messepräsenz, dass sich das Bild des Geocachings in den Reihen der Jäger, Grundbesitzer und Waldbauern im Laufe der Jahre offenbar deutlich verändert hat. Hielten während der beiden vorherigen Messeauftritte noch zahlreiche solcher Besucher am Stand, die einfach nur ihrem Ärger über unser Hobby Luft machen wollten oder „Problem-Caches“ aus ihrem Revier entfernen lassen wollten, so lag die Situation bei der diesjährigen „Jagd & Hund“ zumindest aus meiner Sicht deutlich anders.
2015_02_stand_01Natürlich gab es auch in diesem Jahr den ein oder anderen unverbesserlichen Messebesucher, der im Vorbeigehen etwas von wegen „Ach, dieses … Geocachting!“ (sic!) in sich hineinbrummelte oder gar so etwas beinahe Poetisches vor seinen Freunden im Gehen von sich gab, wie „Geocacher in der Nacht werden umgebracht!“. Aber das waren absolute Ausnahmen.
Der Regelfall sah eher so aus:

  • Ein Jäger, Grundeigentümer oder Waldbauer kam zum Stand der Geocacher, um mitzuteilen, dass er oder sie einen Geocache im Revier oder auf dem Grundstück an einem sensiblen Ort liegen habe. Dabei wurde dann vor allem gefragt, wie man am besten vorgeht, um dem Cachebesitzer mitzuteilen, dass der Cache an dieser Stelle nicht liegen bleiben kann, man aber einen anderen geeigneten Punkt anbieten könne.
  • Ein Jäger, Grundeigentümer oder Waldbauer kam zum Stand der Geocacher, um mitzuteilen, dass man selbst gar keine Probleme mit Geocaching kenne oder erlebt habe, man aber unsere Präsenz auf der Messe sehr gut sinnvoll fände, da man nur im Dialog miteinander zu konstruktiven Ergebnissen käme: „Redenden Menschen kann geholfen werden!“

Nahezu allen Standbesuchern war Geocaching durchaus ein Begriff und zudem auch ein solcher, den viele inzwischen offenbar sehr differenziert betrachten. Platte Vorurteile, wie schlimm doch das Geocaching sei, erlebten wir am Messestand eigentlich überhaupt nicht. Stattdessen erlebten wir vielmehr konstruktive Gespräche und den Willen des Mit- statt Gegeneinanders, was sich schließlich in den Worten einige Jäger widerspiegelte: „Wir nutzen gemeinsam den Wald, dann brauchen wir auch gemeinsame Lösungen bei Problemen!“ Besser kann das Fazit solch eines Messeauftritts ja kaum noch ausfallen.

Weitere Arbeit ist wichtig

Auch wenn der Auftritt der Geocacher auf der „Jagd & Hund 2015“ wieder ein voller Erfolg war, bleibt weiterhin viel zu tun in Hinsicht auf einen stetigen Dialogprozess.
Zum Beispiel wurde auf der Messe der Kontakt zum Bund deutscher Jagdaufseher-Verbände hergestellt. Gemeinsam mit dessen Präsidenten Herrn Georg Amian und dem Schatzmeister Herr Rolf Misselhorn wurde lange konstruktiv über das Geocaching diskutiert. Als Ergebnis dieser Gespräche wurden nun verschiedene Dinge auf den Weg gebracht: So erscheint in der nächsten Ausgabe der Verbandszeitschrift „Der Hegemeister“ ein Artikel zum Geocaching und unserer Dialogbereitschaft. Weiterhin soll das Thema Geocaching in die Aus- und Weiterbildung der Jagdaufseher eingebaut werden und dabei zum Beispiel durch kompetente Ansprechpartner aus unseren Reihen auf Tagung des Verbandes im Herbst dieses Jahres unter anderem Thema sein.
Ebenso wurde ein kurzer Kontakt zum Waldbauernverband NRW hergestellt. Hier dürfte es noch reichlich Arbeit geben, da die Bereitschaft zum Dialog seitens des Verbandes, ganz anders als beim Landesjagdverband NRW, seit jeher als zurückhaltend zu werten ist. Auch das Gespräch mit dem Vertreter der Waldbauern auf der Messe war etwas schwierig und von Vorurteilen und Unwissen geprägt. Da aus meiner Sicht aber auch ein guter Draht zu den Eigentümern vieler unserer „Spielplätze“ wichtig ist, sollte die Dialogarbeit weiterhin auch hier ansetzen.

Zum Abschluss sei natürlich noch zu sagen, dass der Messeauftritt der Geocacher auf der „Jagd & Hund 2015“ nur als ein Bestandteil eines bereits langen Dialogprozesse ist. Vor allem viele thematische Events und zahlreiche persönliche Kontakte seitens engagierter Cacher in die Reihen von Jagd und Forst, haben bislang bewirkt, dass Geocaching nicht mehr als eines Ärgernis angesehen wird. Dafür gilt es allen bisherigen und zukünftigen Engagierten im Namen aller Geocacher zu danken!

P.S.: Spätestens bis zur „Jagd & Hund 2016“!

Autor: ehnatnor | Jens

Hier schreibt "ehnatnor", im normalen Leben hin und wieder auch mit "Jens" ansprechbar, rund ums Geocaching in Münster. Das Ganze kann aber auch weitere Kreise ziehen ... Du findest mich auch bei Facebook, Twitter und Google+.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo
    ich finde den Beitrag sehr gut.
    Es wer schön wenn es in der Messe Friedrichshafen auch mall so ein Stand geben würde wo sich Mugels sich informieren können.
    Gruß
    Eilers (andreaskevin)

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