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Zahlen, Daten, Fakten – Das Cache-Jahr 2014 in Münster

Alle Jahre wieder wird gezählt, was sich in Münster im abgelaufenen Jahr so in Sachen Geocaching getan hat. In diesem Jahr kommt der Artikel zur statistischen Auswertung der letztjährigen Entwicklung etwas verspätet. Aber aufgrund der noch laufenden Wahl zum „Geocache Award Münster 2014“ ist das Thema ja irgendwie immer noch aktuell.

Zurück zu „alter Größe“?

In Münster wurden im Jahr 2014 insgesamt 261 Geocaches veröffentlicht. Von dieser Rechnung sind Event-Caches ausgenommen. Lediglich Tradis, Multis, Mysterys, Letterbox-Caches, Wherigos und Earth-Caches wurden hier summiert. Mit Stand vom 12. Februar 2015 gibt es laut Project-GC.com in Münster exakt 752 veröffentlichte Caches. Im vergangenen Jahr erschien in Münster mit 261 Geocaches, abzüglich 54 bereits wieder archivierter Dosen, somit etwas mehr als ein Viertel aller derzeit veröffentlichten Geocaches auf dem Stadtgebiet. Dieser Wert stellt zwar sicherlich kein Bestwert in der Münsteraner Cachehistorie dar, dagegen dürfte aber die Anzahl aller derzeit aktiven Geocaches in Münster zu den Maximalwerten zählen.

2015_02_verteilung_cachetypen

Im Vergleich zum Vorjahr (2013: 240 Caches) wurden ganze 18 Geocaches (+7,5%) mehr veröffentlicht. Dabei haben sich alle Werte in Bezug auf die Verteilung der Cachetypen deutlich verändert. Vor allem der Anteil der Tradis stieg wieder auf Werte von vor zwei Jahren an. Eine Entwicklung, die ich persönlich nicht erwartet hätte. Vor allem vor dem Hintergrund, dass bei der aktuell hohen Anzahl versteckter Dosen, die Anzahl der Abstandskonflikte auch so hoch sein muss, wie nie zuvor. Ebenfalls hätte ich vor der Auswertung auch niemals erwartet, dass der Anteil der Mystery-Caches so deutlich zurückgehen würde.

  • Traditional Caches:
    Absolute Zahlen: 119 (2013) ⇒ 150 (2014) = +26%
    Anteil an der Gesamtmenge: 50% (2013) ⇒ 57,5% (2014) = +4,5%
  • Multi Caches:
    Absolute Zahlen: 33 (2013) ⇒ 31 (2014) = -6%
    Anteil an der Gesamtmenge: 14% (2013) ⇒ 11,9% (2014) = -2,1%
  • Mystery Caches:
    Absolute Zahlen: 89 (2013) ⇒ 76 (2014) = -14,6%
    Anteil an der Gesamtmenge: 37% (2013) ⇒ 29,1% (2014) = -7,9%

2015_02_entwicklung_publishzahlenWenn man sich nun die Entwicklung der Publishzahlen der letzten Jahre anschaut, fällt auf, dass lediglich das Jahr 2013 ein wenig anders ist. Von 2010 bis 2012 blieben die reinen Publishzahlen von Tradis, Multis und Mysterys nahezu identisch. Der Wert des Jahres 2014 passt sich dem wieder ziemlich stark an.
Was weiterhin bei näherer Betrachtung auffällt, ist die Tatsache, dass schon im Jahr 2012 die Zahl der Tradis und Multis deutlich zugunsten der Mystery-Caches zurückging. Und der Anteil der Rätselcaches blieb im Jahr 2013 etwa identisch zu 2012. Daraus lässt sich auch mit der Entwicklung des Jahres 2014 der Trend ablesen, dass Geocacher immer häufiger Mysterys erstellen und auslegen. Ob das nun an der im Jahr 2012 massiv zunehmenden Zahl neuer Geocacher lag oder daran, dass es zu dem Zeitpunkt sehr viele aktive Dosen gab, die somit Abstandskonflikte erzeugen konnten … keine Ahnung.

Aus der offenbar rückläufigen Tendenz von 2013 schloss ich damals auch den generellen Trend, dass der Zenit des Geocachings überschritten sei. Offenbar weit gefehlt, wie die Publishzahlen von 2014 darlegen. Allerdings wirken die Werte nur auf den ersten Blick stabil und nicht rückläufig. Wenn man dann allerdings beachtet, wie die gegenüber 2013 deutlich höhere Publishzahl im Jahr 2014 zustande kam, wirkt der Wert nicht mehr ganz so stabil. In 2014 wurde nämlich eine ganze Reihe an Tradis „rausgehaun“, um das Final eines Mysterys einzugrenzen. Zudem war ein bestimmter Owner in Münster über seinen eigenen und einen anderen Account extrem aktiv, so dass dieser allein fast 15 % aller neu veröffentlichten Geocaches ausgelegt hat.
Und so fällt beim Blick auf die Publishzahlen in ganz Deutschland auf, dass der Trend letztlich doch rückläufig ist. Und zwar ziemlich deutlich. Die Geocaching-Statistikplattform Project-GC.com liefert dazu eine eindrucksvolle Grafik, die den Rückgang der reinen Publishzahlen in Deutschland verdeutlicht.2015_02_hidden_per_date_germany

Und selbst in den USA, dem Geocaching-Land Nr.1, ging die Anzahl der Veröffentlichungen neuer Tradis, Multis und Mystery-Caches deutlich zurück. Vielleicht ist selbst auf der anderen Seite des großen Teiches ein Grad der Cache-Sättigung erreicht, der das Veröffentlichen neuer Caches zumindest einschränkt.

Micros weiter auf dem Vormarsch

Schaut man auf die Größe der im Jahr 2014 veröffentlichten Caches so fällt auf, dass der Anteil der Microdosen, also Filmdosen, PETlingen usw., stark zugenommen hat. So lag dieser Wert 2014 bei 60 % aller Nerveröffentlichungen. In den Vorjahren lag dieser Wert deutlich niedriger, nämlich knapp (2013) bis deutlich (2012) unter 50 %. Vor allem die Small-Dosen werden weniger, wohingegen sich der Wert der Regular-Dosen weiterhin auf einem sehr niedrigen Level einigermaßen stabil hält.

2015_02_verteilung_nach_cachegroesse

Auch bei der Schwierigkeit und Geländewertung kann man Veränderungen beobachten. So sank der Schwierigkeitswert seit 2012 zwar nur leicht, aber im Durchschnitt liegt es jetzt bei 2,1 Sternen. Der niedrigste Wert seit Jahren.
Auch der T-Wert, also die Geländewertung nahm ab. Hier allerdings deutlicher als beim D-Wert. Lag der Wert 2012 noch bei durchschnittlich 2,1 und 2013 bei 2,2, so lag der Durchschnittswert 2014 bei nur noch 1,85 Sternen. Konnte man 2014 Caches mit einer T-Wertung von 3,5 oder mehr an lediglich zwei Händen abzählen, so lagen die Werte 2013 und 2012 bei jeweils mehr als der doppelten Menge. Ob das alleinig mit der inzwischen eingeführten Pflicht zum Vorzeigen von Genehmigungen bei einigen T5ern zusammenhängt, kann ich nur mutmaßen. So oder so kommt man inzwischen leichter an die Dosen … 😉

2015_02_d-t-werte

 

Wann wurde veröffentlicht?

Ich betrachte ja nun seit ein paar Jahren die Entwicklung der Publishzahlen in Münster und stelle immer wieder fest, dass vor allem die Entwicklung der Veröffentlichungszahlen nach Monaten offenbar keiner Regel folgt. Würde man vielleicht vermuten, dass die Geocacher mit den ersten Sonnenstrahlen und warmen Tagen des Jahres beginnen Caches auszulegen, im Sommer ein kurze Pause einlegen und im Herbst noch einmal „Vollgas“ geben, so zeigen die Werte für Münster von Jahr zu Jahr unterschiedliche Ergebnisse.
In 2014 waren vor allem die ersten fünf Monate besonders stark und somit das absolute Gegenteil zu 2013, wo in den ersten Monaten des Jahres nicht viel lief.
2015_02_veroeffentlichung_nach_monaten

Beim Blick auf die Wochentage, an denen die Publishmails neuer Münsteraner Caches eintrafen, sticht nach wie vor der Dienstag raus. Im Jahr 2014 wurde bisherigen „Spitzentag“ zwar vom Donnerstag knapp geschlagen, aber über die Jahre gesehen, drücken die Reviewer am liebsten dienstags auf den Publish-Button.

2015_02_veroeffentlichung_nach_wochentagenWas die Tageszeit eines Publishes betrifft so hat sich diese ein wenig in dem Mittag verschoben. Vormittags und mittags sowie am frühen Abend erscheinen die meisten Geocaches in Münster. Wenn der gemeine Reviewer also entweder Frühstücks- oder Mittagspause macht oder von der Arbeit nach Hause kommt. 😉
2015_02_publishzeiten

 

Wo wir schon bei den Reviewern sind …

Ich glaube jeder Münsteraner Cacher, der Publishmails bekommt, dürfte instinktiv auch meinen Verdacht geteilt haben, dass der Reviewer James Bond mit weitem Abstand die meisten Geocaches in Münster veröffentlicht hat. Das war 2013 so und 2014 auch. Alleine James Bond hat im Jahr 2014 etwa 40 % aller neuen Geocaches veröffentlicht. Was für ein Wert …

2015_02_reviewerÄhnlich drastische Werte erreicht auch der Geocacher dimer, der in Münster im vergangenen Jahr zum wiederholten Male für ein regelrechte Dosenflut sorgte. Mit seinem eigenen Account und Team-Account kam er auf ganze 40 neue Geocaches im Jahr 2014. Wenn man sich auf die Owner-Statistik nur die ersten drei Positionen anschaut, weiß man bereits, dass der Süden und Südosten Münsters im abgelaufenen Jahr reichlich zu suchen hatte.2015_02_owner-statistik

Aber mit der reinen Anzahl an neuen Dosen geht ja nicht automatisch Qualität einher. Das dürfte die noch bis zum 22. Februar 2015 laufende Wahl zum „Geocache Award Münster 2015“ wieder beweisen.

Autor: ehnatnor | Jens

Hier schreibt "ehnatnor", im normalen Leben hin und wieder auch mit "Jens" ansprechbar, rund ums Geocaching in Münster. Das Ganze kann aber auch weitere Kreise ziehen ... Du findest mich auch bei Facebook, Twitter und Google+.

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