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Zivilrecht vs. Geocaches im Münsterland

Am gestrigen Sonntagabend und heutigen Montagvormittag erfuhr die Baumberge-Region, wenige Kilometer westlich von Münster, eine große Welle an Archivierungen. Ebenso wurden im gleichen Zug weitere Geocaches in der Umgebung der Baumberge, aber auch bei Altenberge vom Reviewer Obelodalix archiviert. Insgesamt wurden so 27 Geocaches archiviert, davon rund 10 in der Baumberge-Region.

Der Inhalt des Archivierungslogs war stets gleich:

Hallo …,

der Grundstückseigentümer hat sich bei uns gemeldet. Er teilte uns mit, dass er keine Geocaches auf seinem Grundstück wünscht.
Aus den Richtlinien: „Du holst Dir die Erlaubnis des Grundbesitzers und / oder der Gemeinde / Kommune ein, bevor Du einen Cache auf Privatbesitz oder Gemeindeeigentum versteckst.“ Quelle: (http://www.gc-reviewer.de/guidelines/legen-eines-geocaches/)
Dies ist entweder nicht erfolgt bzw. mit der Meldung des Eigentümers widerrufen worden.

Daher wird dieses Listing hiermit archiviert.

 

Zunächst vermutete ich ohne groß nachzudenken ein Naturschutz-Problem. Nahezu komplett lagen die archivierten Caches im Bereich der Baumberge in Waldgebieten, die den Status eines Schutzgebietes haben. Da ich die angrenzenden Gemeinden Havixbeck oder Nottuln als Grundeigentümer im Verdacht hatte, konnte ich mir diese Verbotsaktion nicht erklären. Schließlich wird dort Geocaching als touristische Attraktion beworben. So schrieb ich Obelodalix als verantwortlichen Reviewer per Mail an, um nach den Hintergründen zu den ganzen Archivierungen zu fragen. Schließlich sorgt diese Maßnahme hier bei uns für einigen Wirbel. Freundlicherweise meldete er sich heute fix zurück und wir telefonierten ausführlich zu dem Thema.

Tatsächlich steckt hinter der Archivierung etwas anderes, als ich zunächst vermutete. Die Gemeinden haben nichts damit zu tun, da die Eigentumsansprüche in privater Hand liegen. Alle archivierten Geocaches liegen nämlich auf Grund und Boden der Stiftung Familie von Twickel mit Sitz in Havixbeck. Diese Stiftung, vertreten durch Freiherrn Clemens VII von Twickel, besitzt im Münsterland zahlreiche Flächen und Wälder. Gegenüber dem Reviewer Obelodalix hat die Stiftung nun ihren Abwehranspruch als Eigentümer gegenüber allen ausgelegten Geocaches geltend gemacht.

Laut Aussage von Obelodalix trat die Stiftung über das Umweltministerium des Landes NRW an ihn heran. Er wird dort seit einiger Zeit als ein Ansprechpartner für Anfragen zum Thema Geocaching geführt. Man übersandte ihm Katasterkarten mit der Bitte um Archivierung aller Geocaches, die in den aufgeführten Gebieten liegen. Seitens der Stiftung wurden wohl rechtliche Bedenken in punkto Sicherheit als Grund benannt. Dies gilt es hier allerdings nicht zu bewerten.

Geocaching vs. Rechte des Grundstückseigentümers ?

In unserer Region dürfte dies einer der ersten großen Fälle sein, in dem ein Grundstückseigentümer massiv gegen Geocaches auf seinem Grund und Boden vorgeht. Das bewog mich die rechtlichen Aspekte mal etwas genauer zu betrachten.

Oft wird in diesem Zusammenhang die juristische Fachzeitschrift „Natur und Recht“ des Springer Verlags zitiert. Hier wurden im Jahr 2011 zwei sehr umfassende und kompetente Aufsätze (Zivilrechtliche Probleme des Geocaching & Öffentlich-rechtliche und strafrechtliche Probleme des Geocaching, siehe Quellenverweis am Ende des Artikels) zu den rechtlichen Aspekten des Geocachings veröffentlicht.

Die Autoren Louis, Meléndez und Steg benennen und belegen hier ganz eindeutig den Abwehranspruch eines Grundstückseigentümers gegenüber einer Beeinträchtigung des Eigentums. Eigentümer können „die Beseitigung einer Beeinträchtigung und deren künftige Unterlassung verlangen“. Beeinträchtigungen müssen in diesem Zusammenhang „sinnlich wahrnehmbar“ sein. „Das Legen von Caches oder die Suche danach kann eine Beeinträchtigung des Eigentums darstellen, die dem Cache-Owner bzw. den Cache-Suchenden zuzurechnen ist“. Eine Beeinträchtigung ist rechtlich gesehen nur an ganz geringe Voraussetzungen geknüpft und der „Bundesgerichtshof sieht bereits in dem Gelangen fremder Gegenstände oder Stoffe ohne den Willen des Grundeigentümers auf sein Grundstück eine Beeinträchtigung“. Das bedeutet letztlich: Ohne die Zustimmung des Eigentümers geht nichts!

Die Geocaching-Richtlinien gehen natürlich auch auf diese generelle Problematik ein:

„Du holst Dir die Erlaubnis des Grundbesitzers und / oder der Gemeinde / Kommune, bevor Du einen Cache auf Privatbesitz oder Gemeindeeigentum versteckst.“ (Richtlinie 1.1.2)

Dies dürfte allerdings ein bislang eher theoretischer Teil der Richtlinien gewesen sein, da wohl die überwiegende Mehrheit von uns niemals um die Erlaubnis beim Grundstückseigentümer gefragt haben wird, einen Geocache auslegen zu dürfen.

Vielfach wird beim Geocaching das Waldbetretungsrecht zum Zwecke der Erholung (§ 14 BWaldG) als „Totschlagargument“ gegen irgendwelche Einschränkungen angepriesen. Und tatsächlich deckt dieses Gesetz das „Aufsuchen und Betreten eines fremden Grundstückes in der freien Landschaft“ ab, auf und abseits der Wege, sofern dies naturverträglich geschieht. Das Verstecken eines Caches wird durch dieses Gesetz allerdings nicht freigegeben.

Es gibt natürlich auch Argumente, die besagen, dass Grundstückeigentümer Beeinträchtigungen, die durch das Geocaching entstehen, dulden müssen. Wenn eine Handlung als „sozialadäquates Verhalten“ einzustufen ist, dann verliert der Grundstückseigentümer seinen Abwehranspruch gegenüber der Nutzung seines Waldes, Grundstücks usw. fürs Geocaching. Spazierengehen, wandern oder radfahren ist dort, wo es nicht aufgrund anderer Bestimmungen unzulässig ist, als sozialadäquat einzustufen. Ebenso die Suche nach einem Geocache, der nur selten gefunden wird. Die Einstufung des Geocachens als sozialadäquat verfällt allerdings, „sobald größere Gruppen oder eine Vielzahl einzelner Geocacher regelmäßig das Versteck des Caches aufsuchen“.

Somit bleibt aus meiner Sicht nur eine Lösung, um Archivierungen aufgrund des Eigentumsanspruchs aus dem Weg zu gehen: Wir müssen vorab Kontakt zu den Verantwortlichen aufnehmen!

Wer ist verantwortlich und wie finde ich die richtigen Ansprechpartner?

Einige Gründe, warum die absolute Mehrheit aller Geocaches ohne die Genehmigung des Grundstücksbesitzers, Försters oder Jägers ausgelegt wurden, dürften unter anderem folgende sein:

  • Unkenntnis der Cache-Owner, dass dies eigentlich nötig ist;
  • mangelndes „Unrechts“-Bewusstsein – Thema „Waldbetretungsrecht“;
  • fehlende oder unbekannte Ansprechpartner.

Gegen die vielfache „Unkenntnis“ innerhalb der Community sollen Internetbeiträge, wie dieser und viele andere Beiträge helfen, die zurzeit kursieren. Vielleicht werden allein dadurch schon ein paar Geocacher für das Thema sensibilisiert. Das wäre schon ein Erfolg.
Gegen mangelndes „Unrechts“-Bewusstsein kann man in der Regel nicht viel ausrichten.
Dagegen lässt sich zum Thema „Ansprechpartner“ einiges machen. Schließlich gibt es die Ansprechpartner ja. Sie sind in dem meisten Fällen nur entweder unbekannt oder schwer zu ermitteln. Gerade die Grundstückseigentümer dürften auf direktem Wege kaum in Erfahrung zu bringen sein. Der Weg über das Katasteramt wäre zum einen sehr umständlich und teuer und zum anderen besteht die Frage, ob man dort überhaupt eine Information bekommen würde.

Was also tun? Will man zum Beispiel die Ansprechpartner für den Wald vor der Haustür ermitteln, um mit ihnen zwecks Cache-Auslegung vorab in Kontakt zu treten, dann kann man dies über verschiedene Kanäle tun:

  • Jäger ansprechen! In der Regel pachten sie ihr Revier und kennen daher weitere Ansprechpartner). Wenn man dabei keinen absoluten „Querkopp“ erwischt, dann wird dieser Kontakt bestimmt auch gerne bei der Cacheplanung weiterhelfen. Etliche positive Beispiele sind inzwischen bekannt.
    Wenn der zuständige Jäger unbekannt ist, dann beim örtlichen Hegering oder der Kreisjägerschaft anfragen. Google hilft! Auch eine Anfrage bei der Polizei dürfte in einigen Fällen zum Erfolg führen, da man dort die Ansprechpartner aufgrund der Wildunfall-Meldungen kennen dürfte.
  • Förster ansprechen! Für das Münsterland ist das Regionalforstamt Münsterland des Landesbetriebs Wald und Holz NRW in Münster zuständig. In einer Kontaktliste (Stand: 16.04.2012; ansonsten hier) werden alle zuständigen Förster, eingeteilt nach Forstbezirken, mit sämtlichen Kontaktdaten benannt.
    Der Förster dürfte, wie der Jäger, als kompetenter Ansprechpartner eure Fragen entweder weiterleiten oder selbst beantworten können. Auch hier gibt es Beispiele, dass die Kontaktaufnahme sinnvoll und zielführend ist.
  • Bauern ansprechen! Oftmals liegen Wälder an landwirtschaftlich genutzten Flächen, in deren Umfeld auch irgendwo ein Landwirt seinen Hof hat. Auch wenn der Landwirt vielleicht nicht direkt zuständig ist, so kennt er in der Regel doch den passenden Ansprechpartner.

Wollen wir verhindern, dass Grundstückseigentümer ihre Rechte geltend machen müssen und wir so über kurz oder lang neben Jägern, Förstern und Naturschützern eine weitere machtvolle Gruppe schaffen, die unser gemeinsames Hobby vor allem kritisch betrachtet, dann müssen WIR aktiv werden! Wenn von unserer Seite nichts Konstruktives kommt, dürften solche Verbotsaktionen unter den Grundstücksbesitzern nämlich Schule machen. Und da sich in NRW über ⅔ der Wälder in Privatbesitz befinden, könnte unser Hobby zumindest in diesem Bereich ziemlich eingeschränkt werden.

Mir liegt es fern mit diesem Artikel selbstgerecht und scheinheilig daher zu kommen. Mich betreffen die oben genannten Punkte genauso, wie viele andere. Ich hatte bislang auch nie Kontakt aufgenommen, um einen Cache auszulegen. Zukünftig werde ich aber versuchen so zu verfahren. Vielleicht werden wir bald auch kaum eine Alternative haben.


Aufsätze in der jur. Fachzeitschrift „Natur und Recht“:
1. LOUIS, H. W., MELÉNDEZ, S. S. & K. STEG (2011): Zivilrechtliche Probleme des Geocaching. Natur und Recht (2011) 33: 533-539.
2. LOUIS, H. W., MELÉNDEZ, S. S. & K. STEG (2011): Öffentlich-rechtliche und strafrechtliche Probleme des Geocaching. Natur und Recht (2011) 33: 619-624.

Das Foto des BGB stammt vom Flickr-User burned42 und wurde unter CC BY-NC-SA 2.0 veröffentlicht.
Das Foto des Longinusturms stammt vom Flickr-User muensterland und wurde unter CC BY-NC-SA 2.0 veröffentlicht.
Die Förster-Kontaktliste wurde mit Genehmigung des Regionalforstamts Münsterland veröffentlicht. Hier gilt die CC-Lizenz der Webseite nicht.

Autor: ehnatnor | Jens

Hier schreibt "ehnatnor", im normalen Leben hin und wieder auch mit "Jens" ansprechbar, rund ums Geocaching in Münster. Das Ganze kann aber auch weitere Kreise ziehen ... Du findest mich auch bei Facebook, Twitter und Google+.

25 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Endlich mal ein fundierter und ausführlicher Beitrag zu einem Dauerbrenner, der nicht den Grundtenor ‚alle doof außer wir‘ hat…

  2. Ja, wirklich gut recherchiert! Wir müssen uns wohl in Zukunft alle diesem Problem stellen. Auch bei uns im Raum Limburg ist seit einem Treffen der Geocacher und der Naturschützer eine heiße Diskussion entbrannt!

    Viele Grüße aus Hessen, JoergTh

    • ehnatnor / Jens 23. April 2012 um 23:55

      Hallo JoergTH,
      danke für dein Feedback!
      Mal schauen, was hier im Münsterland so die Zukunft bringt. Das ein oder andere soll hier in der Richtung (Kontaktaufnahme) schon in konkreter Planung sein.

      Gruß nach Hessen,
      Jens

  3. endlich mal ein artikel der sachlich super ist und nicht zickenalarm auslösst
    klasse ausgearbeitet und geschrieben

  4. Jörg (DWJ_Bund) 24. April 2012 um 12:01

    Guter Artikel. Danke dafür!

    Im Hintergrund laufen seit einiger Zeit bereits Gespräche mit Springer-Verlag und Autoren, damit die beiden gute Aufsätze (Zivilrechtliche Probleme des Geocaching & Öffentlich-rechtliche und strafrechtliche Probleme des Geocaching) über Infoplattform http://www.geocaching.de kostenfrei (!) für alle zugänglich gemacht werden können.

    Viele Grüße
    Jörg
    Team Geocaching.de & Deutsche Wanderjugend

    • ehnatnor / Jens 24. April 2012 um 12:04

      Hallo Jörg,
      danke für dein Feedback!

      Es würde mich echt freuen, wenn ein Weg gefunden wird, diese Aufsätze allgemein verfügbar zu machen. Die sind nämlich wirklich verdammt gut! Sollte man bei Wissenschaftlern beim Thema „Geocaching“ ja nicht unbedingt erwarten. 😉 Aber da waren definitiv Experten am Werk. Beide Aufsätze sind in vielerlei Hinsicht absolut empfehlenswert.

      Viele Grüße,
      Jens

  5. Orga-Team GecKo-2012 24. April 2012 um 15:13

    Hallo!
    Danke für den interessanten Artikel.

    Als wir Ende letzten Jahres begannen die Geocaching Konferenz http://coord.info/GC3A99E zu planen, hatten wir schon die Befürchtung einer solchen Entwicklung im Hinterkopf. Unser Ziel war und ist es, dem entgegen zu wirken. Nach wie vor.

    Allerdings sind wir nun schneller von der Befürchtung eingeholt worden, als uns das lieb ist. Wir hoffen weiter auf eine rege Beteiligung an der Geocaching Konferenz -auch von Seiten guter Blogger (*wink*) und Podcaster, die als Multiplikatoren eine wichtige Rolle übernehmen können.

    Bitte halte uns mit weiteren Artikeln zum Thema auf dem Laufenden!

    Viele Grüße,
    das Orga-Team „GecKo 2012“

    http://www.gecko-event.de/

    • ehnatnor / Jens 24. April 2012 um 15:21

      Hallo ihr „GecKos“,
      danke für euer Feedback!

      Natürlich werde ich im Juni in Schwerte auch vorbei schauen. Freue mich schon!

      Viele Grüße,
      Jens

  6. Hallo ehnatnor /Jens,

    Großes Kompliment für diesen besten Beitrag, den ich je zu diesem Thema gelesen habe.
    Ich bin im grünen Forum (Sektion Münsterland) auf deinen Artikel aufmerksam gemacht worden nachdem ich mich über die Archivierung von Uralt-Dosen (z.B. Vaders Stein von gbaer) gewundert habe.

    Die Dose liegt seit 2004 und ist ein problemloser QTA-Cache mit einem Regular als Final.
    Die Dose hatte in den 8 Jahren keine 300 Besucher.
    Das sind drei Sucher im Monat.
    Da war ich völlig verblüfft.

    Dank Deines Artikels kenne ich jetzt den Grund dafür.

    Sieht leider wohl so aus, dass uns künftig mehr Gegenwind in den Cacherhut blasen wird.
    Das ist die eigentlich absehbare Folge von der exlplosionsartigen Verbreitung dieses Hobbies.

    Die einzige Möglichkeit für die Zukunft ist wohl, dass jedes Versteck im Wald mit dem Eigentümer bzw. Pächter abgesprochen werden muss/sollte.

    Wenn man sich da um einen Dialog bemüht, denke ich, dass man durchaus auf Kooperationsbreitschaft treffen wird.

    Für so eine kleine Tupperdose, so sie mit Sinn, Verstand und nach Rücksprache versteckt wurde, sollte es doch ein Plätzche im Wald geben, mit dem alle leben können.

    Ich sehe noch nicht rabenschwarz,

    Danke an alle, die sich hierfür einsetzen, und nochmal danke für Deine lesenswerten Ausführungen!

    Lieben Gruß aus dem westl. Münsterland

    friederix

    • ehnatnor / Jens 25. April 2012 um 00:04

      Hallo friederix,
      danke für dein Feedback!

      Es muss ja auch nicht unbedingt immer der Eigentümer als Ansprechpartner herhalten. Jäger und/oder Förster dürften in der Regel reichen, zumal sie ja in irgendeiner Beziehung zum Eigentümer stehen und kompetent über ihr Gebiet Auskunft geben können.
      Mal abwarten, was zu dem Thema den nächsten Wochen und Monaten noch so kommt.

      Gruß, Jens

  7. Hallo 🙂
    Ein sehr guter Bericht. – Vielen Dank dafür.
    Habe mir erlaubt, diesen auf unserem Blog zu verlinken, damit möglichst viele Leser erreicht werden.

    Gruß vom „Tor zum Münsterland“
    Micha

  8. Hallo Jens,

    nicht nur im Münsterland ist dieses Thema brandaktuell. Ich denke überall in Deutschland wird es immer schwieriger werden, weil unser Hobby immer mehr Anhänger bekommt.
    Vielen Dank für diesen Beitrag, den auch ich in unserem Forum GEO-CACHING-GERA http://gcg.xobor.de/ verlinkt habe.

    Viele Grüße
    Rob J. Cole

  9. Eigentlich sollte jeder Cacher ja selbst merken, was er anstellt und auch augenscheinliche Unterschiede zwischen einem weitestgehend natürlichen Wald und einem Monokultur-Forst ohne jedliches Unterholz ohne amtlichen Beistand ausmachen können, aber leider ist das ja nicht so. Was uns nämlich auch aufstößt, sind Filmdosen oder gar Micros im Wald. 25m (Un)Genauigkeit mit einem iPhone im Wald beim Suchen, 25m beim Verstecken, macht 50m Radius, also Pi*50²=fast 8000m², die eine Horde FTF-Gieriger in einem düsteren Wald nach einer Filmdose absuchen. Was das für Mosse, Flechten, Pilze und weitere Mitglieder des Ökosystems bedeutet, darüber muss niemand nachdenken, von aufgeschreckten Tieren mal ganz zu schweigen.

    Könnten hier nicht die Reviewer bei Caches, die offensichtlich schädlichen Charakter haben, durch einen entsprechenden Text die Gedankenlosigkeit wach rütteln, auch wenn grundsätzlich die Regeln eingehalten werden? Wäre auch schöner für Kinder, wenn sie nach stundenlangem Marsch durch die Pampa tatsächlich den von Papa versprochenen Schatz finden anstatt eine blöde Dose mit Logbuch, wo sie doch noch nicht mal schreiben können. Während die Anzahl der Verstecke für Filmdosen auf 8000m² Waldfläche gegen Unendlich gehen wird, ist das mit der 2-Liter-Tupperdose schon überschaubarer, insbesondere wird nicht in jedem Astloch rumgestochert.

  10. Sehr schöner Artikel, den werde ich direkt weiterpropagieren 🙂

    Viele Grüße
    Kono

  11. Hallo!
    Vielen Dank für deinen fundierten Artikel. Bisher wusste ich nicht, wen ich fragen sollte um einen Cache auszulegen. Deshalb habe ich auch seit geraumer Zeit keinen Cache mehr versteckt. Dies wird sich aber bestimmt bald ändern.

  12. Schade, daß Dein Hinweis auf die beiden Fachartikel über zivil-, öffentlich- und strafrechtliche Aspekte des Cachens irgendwie „versandet“ zu sein scheint.
    Endlich scheint es juristisch kompetente Stellungnahmen und nicht nur Spekulationen zu geben… und niemanden interessiert es…so sieht es zumindest aus.
    Ich werde jedenfalls versuchen, beide Artikel per Fernleihe, Fachartikelkopierdienst oder was auch sonst immer zur Lektüre zu bekommen.

    Danke und Gruß,

    Dingo01 (Chris)

    • ehnatnor | Jens 17. Januar 2013 um 01:59

      Hallo Chris,

      versandet ist hier eigentlich nichts. Der Artikel hatte seinen „Auftritt“ halt im letzten April. Und laut Google Analytics haben ihn damals sehr viele Leute zumindest angeklickt. 😉

      Die Artikel aus der „Natur und Recht“ gibt es ja auch schon seit den Jahr 2011. Dazu gab es bereits vor meinem Blogartikel reichlich Reaktionen in Foren und anderen Blogs.

      Willst du die Artikel nun im Ganzen lesen (was ich empfehlen kann), kannst du sie dir natürlich über die von dir beschriebenen Wege suchen.
      Viel einfacher ist da der Weg über Google. Einfach die Titel der beiden Aufsätze in Gänze bei Google einfügen und suchen. Daraufhin erhälst du jeweils bei den ersten Suchtreffern einen PDF-Link der Webseite http://www.hgon.de. Diese PDF-Dateien enthalten Kopien der Artikel.

      Da ich den rechtlichen Status dieser Veröffentlichungen nicht abschätzen kann, verlinke ich die Dateien hier lieber nicht. Aber ich gehe davon aus, dass du diesen letzten Schritt zur Not auch selbst hinbekommst … 😉

      Viele Grüße aus Münster,
      Jens

  13. Hallo Jens,
    danke – „versandet“ war auch nur mein erster (glücklicherweise) falscher Eindruck.

    Ich habe den zivilrechtlichen Artikel heute Nacht noch gelesen 🙂 und den hinsichtlich öffentlich- und strafrechtlicher Aspekte heute beim Frühstückskaffee…

    Beide außerordentlich empfehlenswert!

    Vielleicht sollte ich mich gelegentlich doch auch mal in den Blogosphären herumtreiben, dann wären mir die beiden Artikel sicher schon früher aufgefallen. Aber besser spät als nie…

    Viele Grüße,

    Chris

  14. Team Soulreflections 29. Januar 2013 um 12:03

    Hallo und vielen Dank für den Artikel.

    Auch wir mussten uns mit der Problematik der Erlaubnis zur Auslegung eines (Nacht)Caches auseinandersetzen, kommen nun aber doch endlich zum Ziel.

    Zunächst hat uns ziemlich verwirrt, wie unterschiedlich die Reviewer vorgehen. Die Spielregeln sagen ja klar aus, dass eine Erlaubnis eingeholt werden soll, und wenn wir ehrlich sind……. im „öffentlichen“ Wald hat das wohl noch keiner von uns gemacht. Somit werden Tag-Caches wohl einfach so durchgewunken – von allen Reviewern, da eine Erlaubnis oder Duldung vorausgesetzt wird.

    Wenn ich mir hier bei uns im Siegerland die Dichte der Nachtcaches anschaue, und vor allem auch, welche Ausmasse die nehmen (als Beispiel: 8 km reine Strecke kreuz und quer durch den Wald, stellenweise weit abseits der Wege), kann ich mir auch nicht vorstellen, dass hier für die Caches eine Erlaubnis eingeholt oder seitens des Reviewers gefordert war.

    Auch unsere bisherigen Nachtcaches wurden einfach so durchgewunken, bis wir nun mal einen sehr aufwändigen und längeren Nachtcache geplant und ausgelegt haben. Als Ortskundige haben wir die Route absichtlich auf Umweltschutz getrimmt, bspw. derart, dass das Auffinden der Dosen bzw. der Reflektoren nur möglich ist, wenn man auf den Wegen bleibt (es wird nach Karte gelaufen und meist keine Koordinaten verwendet) – eben um ein wildes Herumgelaufe im Wald zu vermeiden. Nun wollte ein Reviewer aber eine Erlaubnis, und die Odyssee ging los.

    Lange Rede…… auf unserer Suche nach den richtigen Ansprechpartnern sind wir beim Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein gelandet, wo wir einen sehr netten Ansprechpartner hatten. Dabei ist Folgendes herausgekommen:

    – die lokalen Forstämter können generell keine Erlaubnis erteilen, da sie (sofern es sich nicht um Staatswald handelt) keine Waldeigentümer sind

    – die Jagdpächter haben nur die Jagd gepachtet, und sofern das Auslegen eines Caches nicht gegen bestehende Gesetze verstösst (Naurschutzgebiete, Betreten von Dickungen etc.) haben diese keinerlei Recht, das Auslegen oder Suchen eines Caches zu verhindern, dies gilt ebenfalls für sog. Hegeringe (die zuständige Revierförsterin für unseren Bereich hatte dies im Vorfeld schon so mitgeteilt). Ausnahme, wenn durch das Suchen eine laufende Jagd beeinträchtigt würde

    – generell stellt das Auslegen eines Caches eine Beeinträchtigung des Eigentums des Waldbesitzers dar, ABER sofern das Auslegen eines Caches in wenigen Metern abseits der öffentlichen Wege geschieht, dies der Erholung dient, nicht kommerziell stattfindet und „sozialadäquat“ ist (was bei der grossen Anzahl an Caches und Cachern gegeben sei) fällt das Auslegen eines Caches unter den §14 BWaldG. Gleichermassen wäre damit auch die Störung des Wildes ausgeschlossen, sofern ich mich unweit der Wege befinde, welches ein Jäger sicherlich zu Recht kritisieren dürfte.

    – das bedeutet, dass, um auf Nummer sicher zu gehen, vom Waldbesitzer dennoch eine Erlaubnis eingeholt werden SOLLTE – und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen Tag- oder Nachtcache handelt. Denn dieser, und nur dieser, hat das Recht, das Auslegen bzw. das Suchen eines Caches zu untersagen. Das man hier im Zweifelsfall auch noch Gerichte einschalten könnte, wollen wir mal dahingestellt lassen, schliesslich gehen wir hier nur einem Hobby nach.

    Wir würden uns hier wirklich eine einheitliche Vorgehensweise auch bei den Reviewern wünschen, um böses Blut unter den Ownern zu vermeiden („der durfte, ich darf nicht“) und auch, um ein gewisses Mass an Rechtssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen.

    Und nicht zuletzt – auch, wenn Unwissenheit nicht vor Strafe schützt – ist es absolut frustrierend, wenn man aufgrund von Nichtwissen und zig ausgelegten Dosen auf einmal aufgefordert wird, eine Erlaubnis darzubringen, und der NC, der tagelangen Aufwand bedeutet hat, dann vielleicht am Veto eines Waldbesitzer scheitert oder zu Recht aufgrund der Verletzung von Umweltschutzaspekten stillgelegt werden würde.

    LG

    Joey vom Team Soulreflections

    • Das ist Schwachsinn. Der Cache ging nicht 8km querfeldein. Er lief komplett auf Wegen und auch nicht durch irgendwelche Schutzgebiete. Bitte suche einen Cache beim nächsten Mal erst selbst bevor du ihn beim Forstamt anschwärzt.

      • Team Soulreflections 22. Februar 2013 um 16:48

        Ist das so?

        Hier das Listing:
        http://coord.info/GC3EHF5

        Hier eine Karte der Gegend, in der sich der Cache auf einer Länge von ca. 8 km bewegte:
        http://www.geodienste.bfn.de/schutzgebiete/#?centerX=3431857.117?centerY=5624700.055?scale=25000?layers=527

        Biotope sind auf dieser Karte noch nicht mal eingezeichnet. Du kannst Dir also selbst ein Bild machen, ob der Cache in Schutzgebieten verlief, oder nicht.

        Selbst wenn Du Recht haben solltest, dass die Route komplett auf Wegen verlief (dann muss das nach der Neuauflage geändert worden sein, davor jedenfalls nicht), ist es wohl jedem verständlich, dass eine Station wohl kaum AUF dem Weg liegt. Das Verlassen der Wege in einem Schutzgebiet ist hingegen untersagt.

        Der Log von „eagle eye 77“ spricht hier Bände. Dass im Listing was von T3,5 steht spricht wohl auch irgendwie gegen ständige Wegbenutzung.

        Ist mir aber auch vollkommen wurst. Du solltest Dich lieber mal informieren, wie es zur Archivierung des Listings gekommen ist – von anschwärzen beim Forstamt kann definitiv keine Rede sein. Aber auch das wäre mir egal bei so einer Stammtisch-Community.