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Groundspeak führt den Euro ein … zum Nachteil europäischer Geocacher

Um kurz nach 18 Uhr deutscher Zeit postete jemand in Seattle eine offenbar ganz interessante Nachricht in deutscher Sprache auf Facebook. Deutsche Geocacher sollten sich angesprochen fühlen:

Soweit, so gut. Mir kam allerdings aber sofort die Frage nach dem „Warum“ in den Sinn. Schließlich konnte ich bislang auch ohne Probleme ganz bequem meine Premium-Mitgliedschaft in Dollar zahlen … Kreditkarte oder Paypal sei dank. Daher folgte ich einfach mal dem angefügten Link zur Geocaching.com-Payments-Webseite.

Die Seite erkannte an der IP-Adresse meinen deutschen Standort und begrüßte mich als nicht-eingeloggten User auch freundlich auf deutsch. Im unteren Teil der Seite wurden mir nun drei Bezahloptionen für eine Premium-Mitgliedschaft auf Geocaching.com angeboten:

  • 1 Jahr Mitgliedschaft mit automatischer Erneuerung
  • 1 Jahr Mitgliedschaft ohne automatische Erneuerung
  • 3 monatige Mitgliedschaft mit automatischer Erneuerung

Allerdings zeigten sich mir nun als deutschem Websitebesucher die Mitgliedsbeträge in Euro. Das ließ mich ein wenig stutzen, da ich bislang meine Mitgliedschaft schon immer für 30 Dollar erhielt. Und ohne ein großes Finanzgenie zu sein, ist mir natürlich klar, dass der Euro gegenüber dem Dollar deutlich stärker ist und man als „Eurozahler“ nun tiefer in die Tasche greifen müsste, als zuvor.
Aus reiner Neugierde, ob denn nicht vielleicht auch der Mitgliedsbetrag in Dollar entsprechend hochgesetzt wurde, wechselte ich mein Herkunftsland in dem Auswahlmenü auf die USA. Dort lag der Preis für eine einjährige Mitgliedschaft natürlich immer noch 29,99$.
Mit einem aktuellen Umrechnungskurs von ungefähr 0,77 Euro für einen Dollar kommt man zwischen dem Mitgliedsbetrag für Nutzer aus dem Euroraum und dem aller anderen Geocacher auf eine Differenz von etwa 7 Euro. Groundspeak macht auf diesem Wege pro so bezahltem Premium-Account etwas mehr als 9 Dollar zusätzlichen Gewinn. Solche Aufschläge kannte ich bislang nur aus verschiedenen Geocaching-Webshops.

In meinen Augen handelt es sich hier ziemlich deutlich um eine Abzocke von unbedarften Geocachern aus dem Euroraum. Für einen höheren Beitrag bekommen sie die gleiche Leistung von Groundspeak gestellt, die alle anderen Premium-Nutzer der Seite für weniger Geld erhalten. Schade Groundspeak!

Leider konnte und wollte ich nicht testen, ob ich als Nutzer mit einer deutschen IP-Adresse auch den kompletten Bezahlweg bis zum Ende mit dem Betrag in Dollar absolvieren kann. Sollte dies der Fall sein, wovon ich jetzt erstmal ausgehen will, dann werde ich zum 1. April 2014 beim Verlängern meiner Mitgliedschaft wohl einmalig US-amerikanischer Herkunft sein … sofern sich die Damen und Herren in Seattle nicht doch noch Gedanken zu diesem Abzockmurks machen sollten.

Autor: ehnatnor | Jens

Hier schreibt "ehnatnor", im normalen Leben hin und wieder auch mit "Jens" ansprechbar, rund ums Geocaching in Münster. Das Ganze kann aber auch weitere Kreise ziehen ... Du findest mich auch bei Facebook, Twitter und Google+.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Was ist denn mit der Mehrwehrtsteuer? Die scheint ja in den 29, 99€ drin zu sein. Dann stimmen die 9$ mehr Gewinn nicht ganz. Eher so 5$. Aber wird die wirklich ausgewiesen? Hat jemand schon ne Rechnung bekommen?

  2. also, ich habe von einem fall gehoert, da ist bei einer anstehenden verlaengerung der mitgliedschaft das staedtchen coesfeld auf der karte nach alabama gerutscht, und dann – ist die rechnung auf dem zahlungsweg per kreditkarte anstandslos in us$ durchgelaufen…
    😉 :o)

  3. Da es sich nicht um eine physische Lieferung einer Ware handelt gibt es bei dieser Zahlung keine Umsatzsteuer.
    Am 10.4. konnte ich noch problemlos verlängern. Aber wenn nationale Währung geht ist evtl ein Umzug nach Polen sinnvoll 😉 30 Zl sind ca 8 Euro. 🙂
    Zahlen Briten nun 30 Pfund?

    • ehnatnor | Jens 9. Mai 2013 um 22:41

      Hallo PralleGeo,

      man kann natürlich immer noch in Dollar zahlen. Nur ist halt die Standardeinstellung für die EU (und sogar Staaten, die den Euro gar nicht als Währung führen, wie z.B. Tschechien, Dänemark, Polen, Schweden oder Litauen) die Zahlung per Euro bzw. Pfund in GB.
      Um dies zu umgehen, muss man seinen „Wohnsitz“ auf Geocaching.com halt in ein anderes Land, z.B. die USA verlegen. Dann zahlt man wieder den deutlich günstigeren Preis in Dollar.

      Oder du schenkst dir für 30$ einfach selbst eine Premium-Mitgliedschaft unter http://www.geocaching.com/gift.

      Viele Grüße,
      Jens

  4. Also ich habe mir gerade eben eine Mitgliedschaft geschenkt und 30USD per PayPal bezahlt. War absolut problemlos 🙂

    Gruß der apfelsam