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Der Geocaching-Boom flacht ab?! Alles Quatsch!

Vor inzwischen beinahe eineinhalb Jahren, genauer gesagt am 28. September 2012, verfasste ich hier auf Geocaching-MS.de einen ausführlichen Statistikartikel zur Entwicklung der Anmeldezahlen bei Geocaching.com. Ich ermittelte zahlreiche Zahlen und Werte und kam damals zu dem Ergebnis: „Der Boom ist vorbei!“. Die über Jahre die bis dato sinkenden Zuwachsraten neuer Geocaching-Accounts legten den Schluss nahe, dass sich das Blatt bald wenden würde und die Anmeldezahlen im Vergleich zu den Vorjahren zurückgehen.

Ein thematisch ähnlicher und vor allem interessanter Artikel von kati1988 ließ mich heute aufhorchen und so überprüfte ich einfach mal meine damaligen Prognosen. Ergebnis: Ich lag offenbar komplett falsch!

2013 war das stärkste Jahr aller Zeiten!

Ging ich im September 2012 bei der Erstellung des damaligen Artikels noch davon aus, dass sich mehr und mehr abzeichnen würde, dass wir eine rückläufige Entwicklung bei den Zahlen der Neuanmeldungen auf Geocaching.com erleben, so kann man mit dem Wissen von heute sagen, dass diese Theorie komplett falsch war.
Noch nie zuvor gab es in einem Jahr mehr neue Accounts als 2013. Am 1. Januar 2013 meldete sich der 6.762.515. User auf Geocaching.com an. Genau ein Jahr später meldete die Datenbank bereits die Nummer 8.620.470. Das entspricht einem Zuwachs von 1.857.955 neuen Geocachern auf der untersuchten Plattform. Das sind in etwa 440.000 neue Accounts mehr, als noch im Jahr 2012 neu dazukamen (1.419.741).
Ein abflachender Boom sieht dann doch irgendwie anders aus! 😉

Die Millionen-Grenzen fallen im Doppelpack

Wie massiv sich die Zahl neuer Accounts entwickelt hat, kann man unter anderem auch an dem Tempo erkennen, in welchem die Millionen-Grenzen erreicht werden. Dauerte es bis zur ersten Millionen registrierter Geocaching.com-User etwa 6,5 Jahre (1. März 2007), so sank dieser Wert bis zum Jahr 2010 rapide ab.
Im Jahr 2010 gab es dann erstmals das Phänomen, dass ganze zwei Millionen-Grenzen fielen: 3.000.000 Accounts am 18. Februar 2010 und 4.000.000 Accounts am 25.11.2010.
Das gab es zuvor so noch nicht und das Ganze sollte sich auch erst im Jahr 2013 wiederholen. Denn hier fielen die 7- und 8-Millionen-Marken. Und vor allem die 8 Mio.-Marke wurde in einer bis dato noch nie erreichten Zeit überschritten. So dauerte es lediglich 175 Tage vom Erreichen der 7-Millionen- bis zur 8-Millionen-Grenze … also weniger als ein halbes Jahr.

Zur Aussagekraft dieser Daten

Auch wenn im letzten Jahr – wider Erwarten – Spitzenwerte bei den Neuanmeldungen zu vermelden waren, kann man allein auf Grundlage dieser Daten und Zahlen leider keine Aussage zu der „Qualität“ der neuen Accounts machen:

  • Werden diese nach wie vor aktiv geführt oder wurden sie überhaupt mal benutzt?
  • Handelt es sich vielleicht um eine ganze Reihe an Fake-Accounts?

Knapp 1,9 Mio. neue GC-Accounts im Jahr 2013 sind nämlich meiner Erfahrung nach nicht mit 1,9 Mio. neuen Geocachern gleichzusetzen. Viele Accounts wurden einmal angelegt und danach (fast) nie wieder benutzt.

Dennoch zeigt die immer noch vorhandene „Anmeldefreudigkeit“, dass das Thema Geocaching offenbar noch nicht tot ist, wie es andernorts, aber auch hier, bereits prognostiziert wurde. Das Gegenteil ist eher der Fall: Das Thema Geocaching war wohl noch nie so stark, wie jetzt!

Ok, Google Trends zeigt beim Suchwort „Geocaching“ für das Jahr 2013 keine so deutliche Steigerung zu den Vorjahren an. Und die Präsenz des Themas hatte (zumindest bei den Google Suchanfragen) 2011 seinen Höhepunkt. Aber dennoch ist an dieser Grafik deutlich zu erkennen, dass Geocaching immer noch sehr gefragt ist. Hier sogar sprichwörtlich! 😉

Was meint ihr? Wie seht ihr diese Entwicklung?
Über eure Meinungen in den Kommentaren würde ich mich freuen!

Autor: ehnatnor | Jens

Hier schreibt "ehnatnor", im normalen Leben hin und wieder auch mit "Jens" ansprechbar, rund ums Geocaching in Münster. Das Ganze kann aber auch weitere Kreise ziehen ... Du findest mich auch bei Facebook, Twitter und Google+.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ein sehr interessanter Bericht. Danke erstmal dafür. Zu Thema abflauen: Wir sind als Team zwar erst seit 02/2012 mit dabei, merken aber das nicht alle „neuen“ Cacher auch die eigentlichen Werte des Cachens ernstnehmen. Das sieht man zum einen an ausgelegten neuen Caches. Es werden immer mehr qualitativ minderwertige Caches ausgelegt. Zum anderen daran wie die Leute suchen. Obwohl im Listing steht das die Wege nicht verlassen werden müssen wird alles niedergetrampelt. Der Respekt vor der Natur fehlt mehr und mehr.

    Ich persönlich sehe daher dem Abflachen des Trends Geocaching mit Freude entgegen. Denn dann werden es nur noch die Betrieben die dieses Hobby wirklich lieben und ehren. Dann sollte es so werden wie es früher einmal war – auch vor unserer Zeit. Denn oft genug hört man die alten Hasen reden das früher vieles besser war bevor es so überlaufen wurde.

    LG Dirk

  2. Noch einer der das mit dem „tot“ nicht richtig verstanden hat. Gemeint ist nicht dass es keiner mehr spielt. Es geht darum, dass sich einfach nix mehr tut. Immer noch das selbe alte Spiel mit der Fixierung auf Garmin, keine Innovation.

    • ehnatnor | Jens 1. Februar 2014 um 02:44

      Hallo mo-cacher,
      ich weiß natürlich, wie dein Text damals gemeint war … aber dem Titel nach passte es gerade so gut … 😉
      Außerdem sorgte der Text von dir damals genau für eine ähnliche Reaktion in Blogs, sozialen Netzwerken und Podcasts.
      Ich hoffe, du verzeihst mir mein absichtlich unkorrektes Zitat.
      Letztlich beziehe ich mich ja aber fast ausschließlich auf meinen eigenen Artikel, der 2012 eine falsche Prognose lieferte.

      Gruß, ehnatnor

  3. Noch einer, der „den guten alten Zeiten!“ ein weing nachtrauert …
    Bei dem, was einem inzwischen alles so unter die Augen kommt (Logs, Listings, Selbstbeschiss, Shitstorms, etc.) – das war alles mal mit deutlich anderen Gewichtungen verteilt.
    Bei dem was sich da inzwischen immer häufiger abspielt ist m i r die Lust doch etwas vergangen.
    Aber: Jedem „sein“ Spiel! So … Have fun!

  4. Die Unglaublichen! 1. Februar 2014 um 21:43

    Hi ehnatnor,

    danke für den interessanten Artikel. Den Boom des Hobbies allein an den Neuanmeldungen fest zu machen ist bestimmt zur kurz gesprungen. Die Fake-Accounts hast Du ja bereits behandelt. Es wäre interessant zu sehen, ob man in eine Auswertung die Aktivitäten der Accounts einbeziehen könnte. Gefundene Caches in 2013 oder selbst gelegte Caches in 2013. Also z. B. die Anzahl der Geocacher, die in 2013 mindestens an 50 Tagen (nur ein Beispiel) eine Dose gefunden haben. Dabei würden mich nur die Zahlen in Deutschland interessieren. Ich vermute, dass es weltweit noch stark wachsende Regionen gibt, die das Bild verfälschen können.

    Mein persönlicher Eindruck für Münster sagt mir, dass viele neue Akteure dazu gekommen sind. Qualitativ stagniert das ganze aber zur Zeit ein wenig. Das bei neuen Dosen in Münster oftmals nicht wirklich zeigenswerte Orte gewählt werden, ist zum Teil auf die enorme Cachedichte zurückzuführen, entschuldigt aber nicht alles. Cachen nehme ich zunehmend als Jagd nach Statistikpunkten wahr. Das schnelle Hin und weg zählt. Der Onlinelog ist nur noch lästiges Beiwerk. Es mag sein, dass jeder das Spiel nach seiner Fasson spielt. Aber der Grundgedanke bleibt dabei schon ein bisschen auf der Strecke.

    Irgendwie bin ich jetzt vom Thema abgekommen. Qualität wäre aber bestimmt ein tolles Blogthema. Gerne mit Statistiken hinterlegt 😉

    Viele Grüße,
    Mr. Incredible!

  5. Danke für den guten Überblick. In meinem Umfeld sind auch immer mehr Dosensucher unterwegs. Viele Freunde mit Kindern entdecken das Geocaching für sich als Familienerlebnis. Der Boom ist aus meiner Sicht noch lange nicht am Abflauen. Übrigens: Jede Firma hätte gerne solche Wachstumsraten.

  6. Team Bush-Rescue 5. März 2014 um 10:15

    Ich weiß ich weiß, alte Blogeinträge kommentieren ist super beliebt :-p Aber ich kam gerade von Deinem neuesten Beitrag auf diesen hier. Während ich dem Beitrag über die Art der Accounts nichts hinzuzufügen habe, was nicht andere schon gesagt haben, mag ich hier noch kurz eine Entwicklung aus 2013 aufzeigen.

    Und zwar war 2013 das Jahr, in dem es erstmalig möglich war, sich mittels Facbook einzuloggen. Ich würde einen (wirklich sehr) großen Teil des Booms darauf zurückführen. Die gleichzeitig nicht steigende Trendkurve in Google würde meines Erachtens diese These stützen.
    Und Unternehmen tendieren ja immer dazu, neue große Werbeschritte zu fahren, wenn sie keinen (nicht die gewünschte Höhe) Zuwachs mehr erfahren.

    Fazit: Ich glaube, dass Deine hier erhobenen Daten gar nicht wirklich in Kontrast zu der These stehen, dass der Boom abflacht. Das würde Deine Untersuchung der Accounts und die Entdeckung der vielen Karteileichen auch unterstützen.
    Liebe Grüße
    Die Bush-Rescue

    • ehnatnor | Jens 5. März 2014 um 22:13

      Hallo Team Bush-Rescue,

      Kommentare sind immer willkommen, egal ob zu alten oder neuen Beiträgen!

      Leider muss ich euch bezüglich des Facebook-Logins widersprechen. Es wäre vielleicht eine Erklärung, aber die Möglichkeit sich über den Facebook-Button in sein GC-Profil einzuloggen, besteht bereits seit Ende April 2012 (http://bit.ly/Nxi3vA). Die Login-Variante dürfte somit als Grund für den letztjährigen Boom wohl ausscheiden.

      Viele Grüße aus Münster,
      Jens